Begonien pflanzen, pflegen und überwintern
Begonien überwintern als Knolle, im Frühjahr vortreiben und im Halbschatten pflanzen: So blühen Begonien auf Balkon und Beet jedes Jahr neu.
Begonien gehören zu den wenigen Blühpflanzen, die auch an schattigeren Plätzen reich und lange blühen. Welche Pflege nötig ist und ob sich das Überwintern lohnt, hängt stark vom Typ ab.
Begonientypen im Überblick
Im Handel sind vor allem vier Gruppen verbreitet. Knollenbegonien und Eisbegonien sind die klassischen Pflanzen für Balkon und Beet, Elatior- und Blattbegonien werden vor allem im Haus gehalten.
| Typ | Verwendung | Standort | Winter |
|---|---|---|---|
| Knollenbegonie | Balkonkasten, Ampel, Schale, Beet | Halbschatten, keine Mittagssonne | Knolle trocken und frostfrei lagern |
| Eisbegonie | Beeteinfassung, Kasten, Grabbepflanzung | Sonne bis Schatten | meist einjährig, im Haus überwinterbar |
| Elatior-Begonie | Zimmer, im Sommer auch Balkon | hell, ohne pralle Sonne | nach der Blüte meist ersetzt |
| Blattbegonie | Zimmerpflanze | hell bis halbschattig, warm | ganzjährig im Haus |
Knollenbegonien gibt es mit aufrechtem Wuchs und als hängende Sorten für Ampeln und Kästen. Eisbegonien haben kleine Blüten und fleischige, glänzende Blätter, die Sonne besser vertragen als die Blätter anderer Begonien. Als Einfassung passen sie gut in Beete mit anderen Einjährigen, wie im Ratgeber Sommerblumen pflanzen und pflegen beschrieben.
Knollenbegonien vortreiben und pflanzen
- Zeitpunkt wählen: Ende Februar bis Mitte März mit dem Vortreiben beginnen. So blühen die Pflanzen schon im Frühsommer.
- Knollen prüfen: Gesunde Knollen sind fest und ohne weiche oder faule Stellen. Vertrocknete Wurzelreste entfernen.
- Richtig herum legen: Die eingedellte, leicht hohle Seite zeigt nach oben, dort sitzen die Triebknospen. Die gewölbte Seite kommt nach unten.
- Flach einsetzen: Die Knollen in eine Schale mit Wilsaflor® Blumenerde drücken, sodass die Oberseite frei bleibt. In der Mulde darf sich kein Wasser sammeln.
- Hell aufstellen: Auf eine helle Fensterbank bei etwa 15 bis 20 °C stellen, ohne direkte Mittagssonne.
- Sparsam gießen: Die Erde nur leicht feucht halten und am Rand gießen, nie in die Mulde.
- Eintopfen: Sind die Triebe einige Zentimeter lang, die Knollen einzeln in Töpfe setzen und knapp mit Erde bedecken.
Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die vorgetriebenen Begonien ins Freie. Für Kästen und Kübel eignet sich die Wilsaflor® Balkon- & Kübelpflanzenerde. Holzfasern und Ton halten sie über die Saison strukturstabil, und sie ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Knollenbegonien mit 20 bis 25 cm Abstand setzen.
Vor dem endgültigen Umzug die Pflanzen einige Tage abhärten: tagsüber an einen schattigen, geschützten Platz stellen und nachts wieder hereinholen. Beim Einpflanzen die Knolle nur knapp mit Erde bedecken, tiefer gesetzte Knollen faulen leichter. Im Beet wachsen Begonien am besten in humosem, lockerem Boden, der nach Regen nicht lange nass bleibt.
Rechenbeispiel: Ein Balkonkasten mit 100 × 20 × 18 cm fasst 1 × 0,2 × 0,18 = 0,036 m³, also 36 Liter. Ein 40-Liter-Sack reicht damit für einen Kasten mit vier Knollenbegonien.
Standort, Gießen und Düngen
Ideal ist ein Ost- oder Westbalkon oder ein Platz im lichten Schatten von Bäumen. Auch auf Nordbalkonen blühen Knollen- und Eisbegonien noch gut. Pralle Mittagssonne verbrennt dagegen die Blätter. Der Platz sollte windgeschützt sein, denn die schweren, gefüllten Blüten der Knollenbegonien brechen bei Sturm und Starkregen leicht ab.
Begonien mögen gleichmäßig feuchte, aber nie nasse Erde. Staunässe lässt die Knollen faulen. Deshalb nur Gefäße mit Abzugslöchern verwenden und unten eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies einfüllen. Gegossen wird morgens direkt auf die Erde, nicht über Blätter und Blüten, weil feuchtes Laub Mehltau und Grauschimmel begünstigt. Wasser im Untersetzer nach einer halben Stunde ausleeren. Weitere Pflegehinweise für Gefäße stehen im Ratgeber Balkon- und Kübelpflanzen.
Begonien sind keine Starkzehrer. Die Vorratsdüngung der Erde trägt durch die ersten Monate, danach reicht alle ein bis zwei Wochen ein Flüssigdünger für Blühpflanzen in schwacher Dosierung. Verblühtes regelmäßig auszupfen, das hält die Pflanzen sauber und beugt Fäulnis vor.
Tipp: Bei Knollenbegonien sitzen neben einer großen, gefüllten Blüte oft zwei kleine, einfache Blüten. Werden die kleinen früh ausgekniffen, fließt mehr Kraft in die Schmuckblüte.
Begonien überwintern: Knollen im Herbst einlagern
Knollenbegonien lassen sich viele Jahre weiterkultivieren. Die Knollen werden mit jedem Jahr größer und bringen mehr Triebe.
- Gießen reduzieren: Ab Ende September weniger gießen, damit das Laub langsam einzieht.
- Rechtzeitig hereinholen: Spätestens vor dem ersten Nachtfrost, denn Begonien vertragen keinen Frost.
- Zurückschneiden: Die Triebe auf etwa 3 bis 5 cm einkürzen.
- Abtrocknen lassen: Pflanzen samt Erde ein bis zwei Wochen an einem luftigen, frostfreien Ort stehen lassen, bis sich die Stängelreste leicht lösen.
- Säubern: Knollen aus der Erde nehmen, Erde abschütteln und Stängelreste entfernen. Weiche oder faulige Knollen aussortieren.
- Einlagern: In eine Kiste mit trockenem Sand oder zwischen Zeitungspapier legen und dunkel bei 5 bis 10 °C aufbewahren, etwa im Keller.
- Kontrollieren: Einmal im Monat nachsehen und schimmelnde Knollen entfernen.
Ab Ende Februar beginnt der Kreislauf mit dem Vortreiben von vorn. Eisbegonien bilden keine Knollen. Wer sie behalten möchte, topft sie vor dem Frost ein und stellt sie hell bei etwa 15 °C auf, gegossen wird dann nur sparsam. Wie andere Gefäßpflanzen den Winter überstehen, zeigt der Ratgeber Kübelpflanzen überwintern.
Begonien im Zimmer
Elatior-Begonien blühen über viele Wochen und stehen am besten hell, aber ohne direkte Sonne bei Zimmertemperatur. Gegossen wird, sobald die obere Erdschicht angetrocknet ist. Nach der Blüte sind die Pflanzen meist erschöpft und werden ersetzt.
Blattbegonien wie Königs- oder Forellenbegonie werden für ihr gemustertes Laub gehalten. Blattbegonien brauchen einen hellen Platz ohne Mittagssonne, gleichmäßige Wärme und keine Temperaturen unter 15 °C. Für mehr Luftfeuchte den Topf auf eine Schale mit Kies und Wasser stellen, statt die Blätter zu besprühen, denn nasses Laub bekommt schnell Flecken. Begonien wurzeln flach, deshalb eignen sich breite, eher niedrige Töpfe. Umgetopft wird im Frühjahr in frische Blumenerde, in einen Topf, der nur wenig größer ist als der alte. Blattbegonien lassen sich zudem leicht über Blattstecklinge vermehren: Ein gesundes Blatt mit kurzem Stiel in feuchte Erde stecken und hell, warm und gleichmäßig feucht halten, bis sich junge Pflänzchen bilden.
Fazit
Knollenbegonien werden im Frühjahr vorgetrieben, ab Mitte Mai im Halbschatten gepflanzt und im Herbst als trockene Knolle frostfrei eingelagert. Mit gleichmäßiger Feuchte ohne Staunässe blühen sie so jedes Jahr neu. Für Kästen und Kübel bietet die Wilsaflor® Balkon- & Kübelpflanzenerde die passende Grundlage.