Obst & Beeren

Beerensträucher pflanzen: Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren

5 Min. Lesezeit

Reife rote Johannisbeeren, Himbeeren und blaue Heidelbeeren hängen an Sträuchern in einem sonnigen norddeutschen Garten

Beerensträucher pflanzen: Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren wachsen mit passendem Boden, Abstand und Schnitt zu reichen Erntebüschen.

Beerensträucher tragen schon im ersten oder zweiten Jahr und brauchen wenig Platz. Die Ansprüche unterscheiden sich aber deutlich: Himbeeren mögen lockeren Humus, Heidelbeeren wachsen nur in saurem Boden.

Beerensträucher pflanzen: die Arten im Überblick

Die beste Pflanzzeit für Beerensträucher ist der Herbst von Oktober bis November. Containerware kann bei frostfreiem Boden auch im Frühjahr gesetzt werden. Ein sonniger bis halbschattiger, geschützter Platz sorgt für süße Früchte. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:

Beere Boden Pflanzabstand Erntezeit Schnitt
Sommerhimbeere humos, locker, ohne Staunässe 40 bis 50 cm in der Reihe Juni bis Juli abgetragene Ruten nach der Ernte
Herbsthimbeere humos, locker, ohne Staunässe 40 bis 50 cm in der Reihe August bis Oktober alle Ruten im Spätwinter
Johannisbeere humos, nährstoffreich, frisch etwa 1,5 m Juni bis August alte Triebe auslichten
Stachelbeere humos, frisch 1,2 bis 1,5 m Juni bis Juli auslichten, Krone luftig halten
Heidelbeere sauer, humos, kalkfrei 1 bis 1,5 m Juli bis September ab dem vierten Jahr alte Triebe

Für Johannis- und Stachelbeeren reicht ein normaler Gartenboden, der mit Humus verbessert wird. Den Aushub dazu etwa im Verhältnis 1:1 mit Wilsaflor® Pflanzerde mischen. Die Erde enthält 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Johannisbeeren etwas tiefer setzen, als sie im Topf standen. Aus der Basis treiben dann zusätzliche junge Triebe aus.

Beim Kauf auf kräftige Pflanzen mit mehreren gesunden Trieben und einem gut durchwurzelten Ballen achten. Wurzelnackte Ware vor dem Pflanzen einige Stunden in Wasser stellen, Containerpflanzen samt Topf tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Himbeeren pflanzen: Schritt für Schritt

Hände in Gartenhandschuhen setzen junge Himbeerruten in eine mit Kompost vorbereitete Pflanzreihe an einem Spanndraht
  1. Standort wählen: Himbeeren wurzeln flach und vertragen keine Staunässe. Auf schweren, nassen Böden in einen leicht erhöhten Damm pflanzen.
  2. Boden vorbereiten: Einen etwa 60 cm breiten Streifen von Wildkraut und Wurzeln befreien, lockern und 2 bis 4 cm Wilsaflor® Gärtnerkompost flach einarbeiten.
  3. Gerüst bauen: An den Reihenenden Pfosten setzen und zwei bis drei Spanndrähte in etwa 50, 100 und 150 cm Höhe ziehen.
  4. Flach setzen: Die Pflanzen im Abstand von 40 bis 50 cm nicht tiefer setzen, als sie vorher standen. Zwischen zwei Reihen etwa 1,5 m Platz lassen.
  5. Zurückschneiden: Nach dem Pflanzen die Ruten auf etwa 20 bis 30 cm einkürzen. Das fördert kräftige neue Triebe aus dem Boden.
  6. Angießen und mulchen: Kräftig wässern und den Boden mit Laub oder angetrocknetem Rasenschnitt abdecken. Mulch hält die flachen Wurzeln feucht und kühl.

Rechenbeispiel: Eine 5 m lange Reihe bietet bei 50 cm Abstand Platz für 5 : 0,5 = 10 Pflanzen. Der 60 cm breite Pflanzstreifen braucht bei 3 cm Kompost 5 × 0,6 × 0,03 = 0,09 m³, also 90 Liter.

Sommer- oder Herbsthimbeeren schneiden

Sommerhimbeeren tragen an den Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Direkt nach der Ernte die abgetragenen Ruten bodennah abschneiden. Von den jungen Ruten etwa 8 bis 10 kräftige je laufendem Meter stehen lassen und am Draht anbinden, die schwachen entfernen. Diese Ruten tragen im nächsten Sommer.

Herbsthimbeeren fruchten an den Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind. Deshalb werden im Spätwinter alle Ruten bodennah abgeschnitten. Das ist einfach und beugt zugleich Krankheiten vor, weil kein altes Holz stehen bleibt. Herbsthimbeeren brauchen oft nicht einmal ein Gerüst.

Heidelbeeren in Moorbeeterde pflanzen

Kulturheidelbeeren gehören wie Rhododendren zu den Heidekrautgewächsen. In normalem Gartenboden werden die Blätter gelb und die Pflanzen kümmern, weil sie bei zu hohem pH-Wert Nährstoffe nicht aufnehmen können. Heidelbeeren brauchen deshalb eine eigene Pflanzgrube mit saurer Erde.

Die Wilsaflor® Moorbeeterde hat einen pH-Wert von 4,0 bis 4,3 und besteht aus 60 % Weißtorf, 20 % Schwarztorf und 20 % Grünschnitt-Kompost. Eine Pflanzgrube von etwa 60 × 60 cm und 40 cm Tiefe ausheben und vollständig mit der Erde füllen. Die Heidelbeere flach einsetzen, der Ballen wird nur knapp mit Erde bedeckt.

Wie viel Moorbeeterde wird gebraucht? Die Grube fasst 0,6 × 0,6 × 0,4 = 0,144 m³, also 144 Liter. Das sind knapp zweieinhalb Säcke à 60 Liter, mit drei Säcken bleibt ein Rest zum Nachfüllen.

Zum Gießen Regenwasser verwenden, denn kalkhaltiges Leitungswasser hebt den pH-Wert mit der Zeit an. Als Mulch eignen sich Nadelstreu oder Rindenmulch. Heidelbeeren keinesfalls mit kalkhaltigem Dünger versorgen und auch keinen Kompost als Mulch aufbringen, da er den Boden weniger sauer machen kann. Wie ein Moorbeet aufgebaut wird, erklärt der Ratgeber Moorbeet anlegen und Rhododendron pflanzen.

Tipp: Zwei verschiedene Heidelbeersorten nebeneinander verbessern die Bestäubung. Die Pflanzen tragen dann meist mehr und größere Beeren.

Johannisbeeren und Stachelbeeren pflegen

Johannisbeeren tragen an ein- bis dreijährigen Trieben am besten. Deshalb nach der Ernte jedes Jahr die ältesten Triebe bodennah herausschneiden und dafür kräftige junge Bodentriebe stehen lassen. Ein Strauch mit acht bis zehn Trieben unterschiedlichen Alters bleibt dauerhaft ertragreich. Schwarze Johannisbeeren tragen vor allem am einjährigen Holz und werden etwas kräftiger verjüngt.

Stachelbeeren ähnlich behandeln und die Krone luftig halten, damit die Blätter nach Regen schnell abtrocknen. Das beugt Mehltau vor. Robuste, weniger anfällige Sorten erleichtern die Pflege.

Alle Beerensträucher außer Heidelbeeren freuen sich im Frühjahr über eine Gabe von 2 bis 4 cm Gärtnerkompost auf der Wurzelfläche. Der Kompost wird flach eingearbeitet und nicht bei Frost ausgebracht. Wer die Beerenernte mit Obstbäumen ergänzen möchte, findet Hinweise im Ratgeber Obstbäume pflanzen und schneiden. Für Erdbeeren gelten eigene Regeln, beschrieben im Ratgeber Erdbeeren pflanzen.

Mulchen und Gießen

Alle Beerensträucher haben ein eher flaches Wurzelwerk und reagieren empfindlich auf Trockenheit, besonders während die Früchte reifen. Eine Mulchschicht von 5 bis 10 cm hält den Boden gleichmäßig feucht, unterdrückt Wildkraut und schützt das Bodenleben. Bei Himbeeren, Johannis- und Stachelbeeren eignen sich Laub, Stroh oder angetrockneter Rasenschnitt in dünnen Lagen, bei Heidelbeeren Nadelstreu oder Rinde. Den Mulch nicht direkt an die Triebbasis legen. In trockenen Sommern einmal pro Woche durchdringend gießen, am besten morgens und direkt auf den Boden, damit Blätter und Früchte trocken bleiben.

Fazit

Himbeeren, Johannis- und Stachelbeeren wachsen in humusreichem Boden mit Kompost und Pflanzerde, Heidelbeeren nur in saurer Erde. Mit der Wilsaflor® Moorbeeterde in einer eigenen Pflanzgrube und Regenwasser zum Gießen gelingen auch Heidelbeeren im normalen Garten.

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Häufige Fragen

Woran sind Sommer- und Herbsthimbeeren zu unterscheiden?

Sommerhimbeeren tragen im Juni und Juli an den Ruten des Vorjahres. Herbsthimbeeren fruchten ab August an Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind. Die Sortenbezeichnung beim Kauf gibt darüber Auskunft.

Warum bekommen Heidelbeeren gelbe Blätter?

Meist ist der Boden nicht sauer genug, sodass die Pflanze Eisen und andere Nährstoffe schlecht aufnimmt. Abhilfe schaffen eine Pflanzgrube mit saurer Moorbeeterde und Gießen mit Regenwasser.

Wie viele Jahre tragen Beerensträucher?

Johannis- und Stachelbeeren bleiben mit regelmäßigem Verjüngungsschnitt viele Jahre ertragreich. Eine Himbeerpflanzung lässt nach einigen Jahren oft nach und wird dann am besten an einem neuen Platz angelegt.