Bambus pflanzen und pflegen: im Garten und im Kübel
Bambus pflanzen im Garten oder Kübel: Mit der passenden Art, einer Rhizomsperre bei Ausläufern und genug Wasser bleibt er immergrün und dicht.
Bambus ist ein Gras, das verholzt und sich je nach Gattung ganz unterschiedlich ausbreitet. Wer die Art passend zum Platz wählt, hat einen pflegeleichten, ganzjährig grünen Sichtschutz.
Horstbildend oder mit Ausläufern: die wichtigste Unterscheidung
Für die Planung zählt vor allem, wie sich eine Bambusart unterirdisch ausbreitet. Horstbildende Arten wie der Schirmbambus (Fargesia) wachsen in dichten Büscheln und werden nur langsam breiter. Diese Arten brauchen keine Rhizomsperre und eignen sich gut für kleinere Gärten, Hecken und Kübel.
Arten mit Ausläufern wie der Flachrohrbambus (Phyllostachys) bilden lange unterirdische Triebe, die Rhizome. Diese können mehrere Meter weit wandern und tauchen dann im Rasen, im Nachbarbeet oder hinter dem Zaun wieder auf. Solche Arten dürfen nur mit einer Rhizomsperre gepflanzt werden.
| Gattung | Wuchs | Wuchshöhe grob | Rhizomsperre | Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Fargesia (Schirmbambus) | horstbildend | je nach Art 1,5 bis 4 m | nicht nötig | Hecke, Solitär, Kübel |
| Phyllostachys (Flachrohrbambus) | Ausläufer | je nach Art 3 bis 8 m | unbedingt | großer Sichtschutz, Bambushain |
| Pseudosasa | Ausläufer, eher locker | 2 bis 4 m | unbedingt | Sichtschutz, großer Kübel |
| Sasa, Pleioblastus | Ausläufer | 0,5 bis 1,5 m | unbedingt | Bodendecker, Böschung |
Die Höhen sind grobe Richtwerte für Gärten in Mitteleuropa. Standort, Boden und Wasserversorgung haben großen Einfluss darauf, wie hoch und dicht ein Bambus tatsächlich wird.
Die meisten Arten wachsen in Sonne und Halbschatten. Fargesia verträgt auch schattigere Plätze, sollte aber vor scharfem Ostwind im Winter geschützt stehen. Der Boden darf humos und frisch sein, nasse, verdichtete Stellen sind dagegen ungeeignet.
Die Rhizomsperre richtig einbauen
Als Sperre dient eine feste Folie aus HDPE mit mindestens 2 mm Stärke. Die Folie wird 60 bis 70 cm tief und leicht schräg nach außen geneigt eingegraben, damit Rhizome an der Wand nach oben geleitet werden. Etwa 5 cm sollten über die Erde ragen. Die Enden mindestens 20 cm überlappen und mit einer Klemmschiene verschließen. Einmal im Jahr, am besten im Spätsommer, den oberen Rand kontrollieren und darüber wachsende Rhizome abstechen.
Rechenbeispiel: Ein Pflanzstreifen von 4 × 1 m hat einen Umfang von 2 × (4 + 1) = 10 m. Mit 20 cm Überlappung werden 10,2 m Sperre benötigt.
Bambus pflanzen: Schritt für Schritt
- Zeitpunkt wählen: Am besten im Frühjahr von April bis Juni pflanzen. So hat der Bambus den ganzen Sommer Zeit, Wurzeln zu bilden, bevor der erste Frost kommt.
- Ballen tränken: Den Topf in einen Eimer Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Pflanzloch ausheben: Etwa doppelt so groß wie den Wurzelballen graben und die Sohle mit der Grabegabel lockern.
- Erde mischen: Den Aushub etwa im Verhältnis 1:1 mit Wilsaflor® Pflanzerde mischen. Der Anteil von 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern sorgt für eine lockere Struktur, die Vorratsdüngung reicht für 3 bis 6 Monate.
- Einsetzen: Den Bambus so tief setzen, wie er im Topf stand. Für eine Hecke aus Fargesia etwa zwei bis drei Pflanzen je Meter einplanen.
- Angießen: Erde andrücken, einen Gießrand formen und kräftig wässern. In den ersten Wochen regelmäßig gießen.
- Mulchen: Den Boden 5 bis 10 cm hoch mit PRIME Rindendekor Nº1835 abdecken. Die Rinde in der Körnung 18 bis 35 mm hält die Feuchtigkeit im Boden und hemmt Aufwuchs.
Wie viel Rinde wird gebraucht? Der Streifen von 4 × 1 m braucht bei 5 cm Schichthöhe 4 × 1 × 0,05 = 0,2 m³, also 200 Liter. Bei 200 : 65 ≈ 3,1 werden 4 Säcke à 65 Liter gebraucht.
Wie andere Gehölze im Garten fachgerecht gesetzt werden, beschreibt der Ratgeber Sträucher, Stauden und Hecken richtig pflanzen.
Bambus im Kübel
Für Balkon und Terrasse eignen sich vor allem horstbildende Fargesia. Arten mit Ausläufern füllen ein Gefäß sehr schnell aus und können es sogar sprengen. Der Kübel sollte möglichst groß sein, ab etwa 50 cm Durchmesser, und eher breit als hoch. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies und ein Abzugsloch verhindern Staunässe.
Gefüllt wird mit Wilsaflor® Balkon- & Kübelpflanzenerde. Holzfasern und Ton machen sie strukturstabil, sodass sie über die ganze Saison nicht zusammensackt, und sie ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Danach in der Saison regelmäßig nachdüngen. Alle zwei bis drei Jahre ist der Kübel durchwurzelt. Dann den Ballen im Frühjahr mit einem Spaten teilen und die Teilstücke in frische Erde setzen.
Gießen, Winterschutz und Schnitt
Bambus hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine Staunässe. Ein deutliches Warnsignal sind eingerollte Blätter: Die Pflanze verkleinert damit ihre Blattfläche, um weniger Wasser zu verdunsten. Dann sofort durchdringend gießen. Rollen sich die Blätter auch bei feuchtem Boden ein, ist oft Staunässe die Ursache, weil geschädigte Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen.
Als immergrüne Pflanze verdunstet Bambus auch im Winter Wasser. Gefährlich sind sonnige Frosttage, an denen der Boden gefroren ist und die Wurzeln nichts nachliefern können. An frostfreien Tagen deshalb auch im Winter gießen. Eine Mulchschicht und das eigene herabgefallene Laub schützen den Boden. Im Frühjahr wirft Bambus einen Teil der älteren Blätter ab, das ist ein normaler Laubwechsel.
Kübel sind stärker gefährdet, weil der Ballen von allen Seiten durchfrieren kann. Das Gefäß an eine geschützte Hauswand rücken, auf Holzfüße stellen und mit Vlies oder Jute umwickeln. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Kübelpflanzen überwintern.
Bambus schneiden
Ein abgeschnittener Halm wächst nicht mehr in die Höhe, sondern verzweigt sich nur noch seitlich. Das lässt sich für Hecken nutzen: Fargesia im Frühjahr auf die gewünschte Höhe und Breite einkürzen, dann wird die Hecke dichter. Bei frei wachsenden Pflanzen jedes Jahr einige alte, unansehnliche Halme bodennah herausschneiden. Das schafft Licht für die jungen Triebe. Wie Hecken generell in Form gebracht werden, erklärt der Ratgeber Hecken und Sträucher schneiden.
Als Begleiter passen Pflanzen, die Halbschatten und feuchten Boden mögen, zum Beispiel Funkien, Farne und schattenverträgliche Gräser. Diese Begleiter rahmen den Bambus ein, ohne mit ihm um Platz zu konkurrieren.
Fazit
Horstbildende Fargesia sind die unkomplizierte Wahl für Garten und Kübel, Arten mit Ausläufern brauchen eine dichte Rhizomsperre. Mit einer lockeren Wilsaflor® Pflanzerde, einer Mulchschicht aus Rinde und regelmäßigem Wasser auch im Winter bleibt Bambus über Jahre dicht und grün.