Sträucher, Stauden und Hecken richtig pflanzen
Sträucher pflanzen gelingt mit der richtigen Pflanzzeit, einem großzügigen Pflanzloch und guter Erde. Diese Anleitung zeigt jeden Schritt.
Ob Hecke, Obstbaum, Ziergehölz oder Staudenbeet: Wie gut eine Pflanze anwächst, entscheidet sich in den ersten Wochen nach der Pflanzung.
Die beste Pflanzzeit für Gehölze, Hecken und Stauden
Für Gehölze ist der Herbst die beste Jahreszeit. Im Oktober und November ist der Boden noch warm und meist ausreichend feucht, die oberirdischen Triebe ruhen bereits. Die Pflanze steckt ihre Kraft deshalb in neue Wurzeln und startet im Frühjahr mit einem Vorsprung in die Saison. Im Sommer gepflanzte Gehölze müssen dagegen gleichzeitig Wurzeln bilden und Blätter versorgen, sie brauchen deutlich mehr Wasser.
Welche Zeit am besten passt, hängt auch davon ab, wie die Pflanze geliefert wird:
| Pflanzenart | Beste Pflanzzeit | Worauf achten |
|---|---|---|
| Wurzelnackte Heckenpflanzen und Gehölze | Oktober bis November, alternativ März | Wurzeln nicht austrocknen lassen, möglichst am Tag der Lieferung pflanzen |
| Ballenware mit Ballentuch | September bis November, März bis April | Knoten am Wurzelhals öffnen, das Tuch verrottet im Boden |
| Containerpflanzen | ganzjährig bei frostfreiem Boden | im Sommer deutlich häufiger gießen |
| Stauden | Frühjahr oder Frühherbst | Herbstblüher besser im Frühjahr setzen |
| Obstbäume | Oktober bis November | Veredlungsstelle bleibt über der Erde |
Gefrorener oder nasser, schmieriger Boden eignet sich nicht zum Pflanzen. In diesem Fall ein paar Tage warten und Containerpflanzen bis dahin geschützt an der Hauswand abstellen.
Sträucher pflanzen: Schritt für Schritt
Die folgende Reihenfolge gilt für Ziersträucher, Heckenpflanzen und Obstgehölze gleichermaßen. Vorab den Standort prüfen: Licht, Platz im ausgewachsenen Zustand und Abstand zu Wegen, Mauern und Nachbargrenzen.
- Ballen wässern: Den Wurzelballen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wurzelnackte Pflanzen einige Stunden einstellen.
- Pflanzloch ausheben: Das Loch etwa doppelt so breit und tief wie den Ballen ausheben. Die Sohle mit der Grabegabel lockern, damit die Wurzeln leicht in tiefere Schichten vordringen.
- Erde mischen: Den Aushub etwa im Verhältnis 1:1 mit Wilsaflor® Pflanzerde mischen. Einen Teil der Mischung zurück ins Loch geben.
- Wurzeln vorbereiten: Verfilzte Wurzeln am Ballenrand mit den Fingern auflockern, beschädigte Wurzeln glatt abschneiden.
- Pflanze einsetzen: Die Pflanze so tief setzen, wie sie vorher im Topf oder in der Baumschule stand. Der Wurzelhals liegt auf Höhe der Bodenoberfläche.
- Auffüllen und andrücken: Die restliche Erdmischung einfüllen und rundherum vorsichtig festtreten, damit keine Hohlräume bleiben.
- Einschlämmen: Einen kleinen Gießrand aus Erde formen und kräftig wässern, auch wenn es regnet. Das Wasser schwemmt Erde an die Wurzeln.
Stauden pflanzen
Stauden werden flacher gepflanzt als Gehölze. Hier genügt ein Pflanzloch, das etwas größer ist als der Topf. Vor dem Setzen das ganze Beet tiefgründig lockern und Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke vollständig entfernen, denn zwischen eingewachsenen Stauden lassen sie sich kaum noch beseitigen. Den Pflanzabstand nach der späteren Breite wählen, nicht nach der Größe im Topf.
Obstbäume pflanzen
Bei Obstbäumen vor dem Pflanzen einen Stützpfahl auf der Wetterseite in das Pflanzloch schlagen, damit die Wurzeln nicht verletzt werden. Den Stamm locker mit einem Kokosstrick in Achterschlinge anbinden. Die Veredlungsstelle, erkennbar als Verdickung am unteren Stamm, muss eine Handbreit über der Erde bleiben.
Die richtige Erde im Pflanzloch
Gartenboden ist selten ideal. Sandiger Boden hält Wasser und Nährstoffe schlecht, schwerer Lehm verdichtet und wird bei Regen nass und kalt. Eine gute Pflanzerde gleicht beides aus: Sie bleibt locker, speichert Wasser und versorgt die jungen Wurzeln mit Nährstoffen, bis die Pflanze im umgebenden Boden Fuß gefasst hat.
Die Wilsaflor® Pflanzerde ist für genau diese Aufgabe gemischt. Sie besteht aus Weißtorf, Schwarztorf, 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern, hat eine mittlere Struktur und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Der pH-Wert von 5,6 bis 5,8 passt zu den meisten Gartenpflanzen. Rhododendren, Azaleen und andere säureliebende Pflanzen brauchen dagegen eine eigene Moorbeeterde.
Ist der gesamte Boden ausgelaugt oder stark verdichtet, lohnt eine Verbesserung der ganzen Fläche statt nur des Pflanzlochs. Dafür eignet sich Wilsaflor® Gärtnerkompost aus 100 % gut zersetztem, unkrautfreiem Grünschnitt-Kompost: 2 bis 3 cm aufbringen und flach einarbeiten, aber nicht bei Frost. Wie das bei sandigen und lehmigen Böden gelingt, zeigt der Ratgeber Gartenboden verbessern mit Kompost.
Hecke pflanzen: Graben, Abstand und Menge
Für eine Hecke statt vieler einzelner Löcher einen durchgehenden Pflanzgraben ausheben. Das geht schneller, und die Wurzeln finden überall gleich gute Bedingungen. Eine gespannte Schnur sorgt für eine gerade Linie, der Abstand zur Grundstücksgrenze richtet sich nach dem Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslands.
Wie dicht gepflanzt wird, hängt von der Art ab. Als Richtwerte gelten:
- Hainbuche und Liguster: 3 bis 4 Pflanzen je Meter
- Kirschlorbeer: 2 bis 3 Pflanzen je Meter
Je kleiner die Pflanzen beim Kauf sind, desto dichter werden sie gesetzt. So wird die Hecke schneller blickdicht.
Rechenbeispiel: Eine 10 m lange Hainbuchenhecke braucht 30 bis 40 Pflanzen. Bei einem Graben von 40 cm Breite und 40 cm Tiefe fallen 10 × 0,4 × 0,4 = 1,6 m³ Aushub an. Wird die Hälfte davon durch Pflanzerde ersetzt (Mischung 1:1), sind das 0,8 m³, also 800 Liter: 20 Säcke à 40 l oder 14 Säcke à 60 l. Da die Wurzelballen selbst Platz einnehmen, reicht in der Praxis meist etwas weniger.
Nach dem Pflanzen: Gießen, Mulchen, Düngen
Im ersten Jahr entscheidet die Wasserversorgung über den Erfolg. Bei Trockenheit lieber ein- bis zweimal pro Woche durchdringend gießen als täglich wenig. So wachsen die Wurzeln in die Tiefe, statt dicht unter der Oberfläche zu bleiben. Auch im Herbst gepflanzte Gehölze brauchen Wasser, wenn der Winter trocken ausfällt und der Boden nicht gefroren ist.
Tipp: Den Gießrand aus Erde im ersten Sommer stehen lassen. Er hält das Wasser direkt über dem Wurzelballen, statt es seitlich abfließen zu lassen.
Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Wildkräuter und schützt vor starker Hitze. Nach dem Angießen PRIME Rindendekor Nº1835 verteilen: naturbelassene Rinde aus 100 % Kiefer (Pinus sylvestris) mit einer Körnung von 18 bis 35 mm. Eine Schicht von 5 bis 10 cm genügt, den Bereich direkt am Stamm freilassen. Weil frische Rinde beim Verrotten Stickstoff bindet, vorher eine Handvoll Hornspäne je Quadratmeter streuen. Für einen 50 cm breiten Streifen unter einer 10 m langen Hecke werden bei 5 cm Schichthöhe 10 × 0,5 × 0,05 = 0,25 m³ gebraucht, also 250 Liter oder 4 Säcke à 65 l. Welche Rinde für welche Fläche passt, erklärt der Ratgeber Mulchen mit Rindenmulch und Pinienrinde.
Gedüngt wird im Pflanzjahr nicht: Die vorgedüngte Pflanzerde versorgt die Wurzeln in der Anwachsphase. Ab dem zweiten Frühjahr erhalten Gehölze, Hecken und Stauden eine regelmäßige Düngung, die sich nach der Jahreszeit richtet. Den passenden Zeitplan zeigt der Ratgeber Düngen im Jahresverlauf.
Fazit
Gut gepflanzt ist halb gepflegt: Herbst als Pflanzzeit, ein großzügiges Pflanzloch, eine lockere und vorgedüngte Erde, kräftiges Einschlämmen und eine Mulchschicht. Für das Pflanzloch und den Pflanzgraben eignet sich die Wilsaflor® Pflanzerde im 40- oder 60-Liter-Sack, für größere Hecken auch palettenweise.