Staudenbeet anlegen und pflegen
Staudenbeet anlegen mit Plan: Leit-, Begleit- und Füllstauden nach Standort und Höhe kombinieren, damit es von Frühling bis Herbst blüht.
Stauden kommen jedes Jahr wieder und werden mit der Zeit immer schöner. Ein durchdachter Plan, ein gut vorbereiteter Boden und wenige Pflegegriffe im Jahr reichen für ein dauerhaft blühendes Beet.
Planung nach Standort und Höhe
Am Anfang steht der Standort. Sonne, Halbschatten oder Schatten sowie trockener oder frischer Boden entscheiden darüber, welche Stauden sich wohlfühlen. Wer Pflanzen nach ihrem natürlichen Lebensbereich auswählt, hat später deutlich weniger Arbeit mit Gießen und Pflege.
Für ein harmonisches Bild werden Stauden nach ihrer Rolle im Beet eingeteilt:
- Leitstauden sind hoch und auffällig, etwa Rittersporn, Phlox oder Sonnenbraut. Diese Stauden stehen einzeln oder zu zweit und geben dem Beet Struktur.
- Begleitstauden sind mittelhoch und werden in Gruppen von drei bis fünf Pflanzen gesetzt, zum Beispiel Salbei, Schafgarbe oder Storchschnabel.
- Füllstauden sind niedrig und schließen die Lücken am Beetrand, etwa Frauenmantel, Katzenminze oder Polster-Glockenblume.
Die Höhe steigt von vorne nach hinten an. Bei einem Inselbeet, das von allen Seiten zu sehen ist, stehen die höchsten Stauden in der Mitte. Wiederholungen einzelner Arten an mehreren Stellen lassen das Beet ruhig und geschlossen wirken. Als grobe Richtung für die Pflanzdichte gelten drei bis fünf hohe, fünf bis sieben mittelhohe oder sieben bis elf niedrige Stauden je Quadratmeter.
Blühfolge von Frühling bis Herbst
| Jahreszeit | Sonnige Lage | Halbschatten |
|---|---|---|
| Frühling (März bis Mai) | Polster-Phlox, Schleifenblume, Wolfsmilch | Lungenkraut, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Lenzrose |
| Frühsommer (Mai bis Juni) | Pfingstrose, Iris, Katzenminze | Akelei, Storchschnabel, Tränendes Herz |
| Hochsommer (Juli bis August) | Sonnenhut, Phlox, Schafgarbe, Indianernessel | Taglilie, Astilbe, Glockenblume |
| Herbst (September bis Oktober) | Fetthenne, Herbstaster, Ziergräser | Herbst-Anemone, Silberkerze |
Je Jahreszeit sollten mindestens zwei bis drei Arten blühen, dann gibt es keine Lücken im Blütenflor. Frühlingsblüher lassen sich gut mit Blumenzwiebeln ergänzen. Wie Tulpen, Narzissen und Krokusse gesetzt werden, zeigt der Ratgeber Blumenzwiebeln pflanzen.
Staudenbeet anlegen: Schritt für Schritt
- Zeitpunkt wählen: Die besten Pflanzzeiten sind der Herbst von September bis Oktober und das Frühjahr von März bis Mai. Im Herbst gesetzte Stauden wurzeln bis zum Winter ein und starten im Frühjahr kräftig.
- Fläche säubern: Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch gründlich mit allen Wurzelstücken entfernen. Jeder Rest treibt später zwischen den Stauden wieder aus.
- Boden verbessern: Den Boden spatentief lockern und 2 bis 4 cm Wilsaflor® Gärtnerkompost oberflächlich einarbeiten. Der Kompost besteht zu 100 % aus Grünschnitt-Kompost und ist frei von Unkraut.
- Auslegen: Die Stauden im Topf nach Plan auf dem Beet verteilen und die Wirkung prüfen, bevor gepflanzt wird.
- Pflanzen: Die Töpfe wässern, Pflanzlöcher etwa doppelt so groß wie den Ballen ausheben und den Aushub etwa 1:1 mit Wilsaflor® Pflanzerde mischen. Die Stauden so tief setzen, wie sie im Topf standen.
- Angießen: Die Erde andrücken und kräftig wässern. In den ersten Wochen bei Trockenheit regelmäßig gießen.
Rechenbeispiel: Ein Beet mit 8 m² braucht bei 3 cm Kompostschicht 8 × 0,03 = 0,24 m³, also 240 Liter. Bei im Mittel sechs Stauden je Quadratmeter werden 8 × 6 = 48 Pflanzen gebraucht.
Die Pflanzerde enthält 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern, hat einen pH-Wert von 5,6 bis 5,8 und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Im Pflanzjahr ist deshalb meist keine weitere Düngung nötig.
Pflege im Jahresverlauf
Rückschnitt
Verblühte Stängel mit dekorativen Samenständen über den Winter stehen lassen. Die Samenstände bieten Insekten Unterschlupf, Vögeln Futter und sehen bei Raureif schön aus. Abgeschnitten wird im Spätwinter, bevor der neue Austrieb beginnt. Einige Arten wie Storchschnabel, Katzenminze und Rittersporn treiben nach einem Rückschnitt direkt nach der ersten Blüte ein zweites Mal aus und blühen erneut.
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Viele Stauden werden nach drei bis fünf Jahren in der Mitte kahl und blühen schwächer. Dann den Wurzelstock ausgraben, mit dem Spaten in mehrere Stücke teilen und die kräftigen Randstücke neu pflanzen. Frühjahrsblüher werden nach der Blüte oder im Herbst geteilt, Sommer- und Herbstblüher im Frühjahr.
Düngen
Ab dem zweiten Jahr erhalten Stauden im Frühjahr eine Düngung. Der Wilsaflor® Frühjahrsdünger Nr. 1 mit NPK 5+3+5 und hochaktivem Kalk wird von März bis Ende Mai mit etwa 100 g/m² gestreut. Für das Beet mit 8 m² sind das 8 × 100 g = 800 g. Alternativ oder ergänzend jedes Frühjahr eine dünne Schicht Gärtnerkompost aufbringen. Säureliebende Pflanzen wie Rhododendron und Heidelbeere vertragen den Kalk nicht und werden ausgespart. Zu viel Stickstoff lässt Stauden weich werden und umfallen, deshalb maßvoll düngen.
Gießen und Wildkraut
Eingewachsene Stauden am passenden Standort brauchen nur in längeren Trockenphasen Wasser. Dann lieber selten, aber durchdringend gießen, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen dagegen wichtig. Wildkraut am besten früh im Jahr jäten, solange es klein ist. Sobald sich die Stauden geschlossen haben, bleibt kaum noch Platz für unerwünschten Aufwuchs. Bis dahin hält eine dünne Kompostschicht zwischen den Pflanzen den Boden feucht und locker.
Tipp: Hohe Stauden wie Rittersporn oder Pfingstrose früh im Jahr mit Staudenhaltern stützen. Die Triebe wachsen durch die Ringe hindurch und verdecken sie bald, bei Regen und Wind bleiben die Pflanzen aufrecht.
Blattschmuckstauden für den Schatten
Auch im Schatten unter Bäumen oder an der Nordseite des Hauses ist ein Staudenbeet möglich. Hier stehen Blätter statt Blüten im Mittelpunkt. Funkien bringen große Blätter in Grün, Blau oder Gelb, Farne setzen zarte Strukturen. Purpurglöckchen leuchten mit rotem, orangefarbenem oder silbrigem Laub, Elfenblumen und Bergenien bilden dichte, robuste Teppiche. Kombiniert mit Waldmeister oder Kaukasus-Vergissmeinnicht entsteht ein ruhiges Bild, das kaum Pflege braucht. Schattenstauden lieben einen humosen, frischen Boden, eine jährliche Gabe Kompost hält ihn locker.
Wer das Beet zugleich als Nahrungsquelle für Insekten anlegen möchte, findet geeignete Arten im Ratgeber Bienenfreundlicher Garten. Grundlagen zum Pflanzen von Gehölzen und Stauden stehen im Ratgeber Sträucher, Stauden und Hecken pflanzen.
Fazit
Ein gutes Staudenbeet folgt dem Standort, staffelt die Höhen und kombiniert Arten für jede Jahreszeit. Mit Gärtnerkompost im Boden und Wilsaflor® Pflanzerde im Pflanzloch wachsen die Stauden sicher an, Rückschnitt, Teilen und eine Frühjahrsdüngung halten das Beet über Jahre in Form.