Bienenfreundliche Pflanzen für Garten und Balkon
Bienenfreundliche Pflanzen mit ungefüllten Blüten von März bis Oktober: So werden Beet, Balkon und Garten zur reichen Futterquelle für Insekten.
Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge brauchen über die ganze Saison Nektar und Pollen. Schon ein Balkonkasten oder ein kleines Beet mit den richtigen Arten macht einen spürbaren Unterschied.
Woran bienenfreundliche Blüten zu erkennen sind
Entscheidend ist, dass Insekten an Nektar und Pollen herankommen. Bei gefüllten Blüten sind die Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgewandelt. Solche Sorten sehen üppig aus, bieten aber kaum Pollen und oft gar keinen Nektar. Besser sind einfache, ungefüllte Blüten, bei denen die Mitte mit den Staubgefäßen offen sichtbar ist.
Ebenso wichtig ist eine lückenlose Blühfolge. Wildbienen fliegen je nach Art nur wenige Wochen im Jahr und finden in dieser Zeit nur dann genug Futter, wenn in der Nähe etwas blüht. Heimische Wildstauden, Kräuter und Gehölze sind besonders wertvoll, weil viele Insekten auf sie spezialisiert sind. Auf chemische Pflanzenschutzmittel wird im bienenfreundlichen Garten verzichtet.
Nicht nur Honigbienen profitieren
Neben der Honigbiene leben in Deutschland Hunderte Wildbienenarten, dazu Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Viele Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzenfamilien angewiesen, etwa auf Glockenblumen, Korbblütler oder Lippenblütler. Hummeln fliegen schon bei kühlem Wetter und schätzen frühe Blüten. Je vielfältiger die Pflanzenauswahl ausfällt, desto mehr Arten finden im Garten Nahrung. Eine bunte Mischung aus Stauden, Kräutern, Zwiebelblumen und Gehölzen ist deshalb wertvoller als eine große Fläche einer einzigen Art.
Blühkalender: bienenfreundliche Pflanzen von März bis Oktober
| Monat | Beet und Garten | Balkon und Kübel | Gehölze |
|---|---|---|---|
| März | Krokus, Lungenkraut, Winterling | Krokus, Wildtulpen | Salweide, Kornelkirsche |
| April | Traubenhyazinthe, Blaukissen, Taubnessel | Traubenhyazinthe, Blaukissen | Obstbäume, Felsenbirne, Schlehe |
| Mai | Zierlauch, Storchschnabel, Akelei | Goldlack, Schnittlauch | Weißdorn, Johannisbeere |
| Juni | Katzenminze, Salbei, Glockenblume | Thymian, Salbei, Kapuzinerkresse | Wildrosen, Liguster |
| Juli | Lavendel, Dost, Natternkopf | Lavendel, Goldmarie, Verbene | Brombeere, Himbeere |
| August | Sonnenhut, Kugeldistel, Fetthenne | Goldmarie, Oregano, Bohnenkraut | Bartblume |
| September | Fetthenne, Herbstaster | Fetthenne, Herbstaster im Topf | Efeu |
| Oktober | späte Herbstastern | Herbstaster | Efeu |
Besonders im zeitigen Frühjahr und im Herbst ist das Angebot knapp. Krokusse, Salweide und Efeu füllen genau diese Lücken. Efeu blüht erst an älteren, nicht mehr kletternden Trieben, deshalb an einer Mauer oder einem Baum einfach wachsen lassen. Wie sich die Arten im Beet nach Höhe und Standort kombinieren lassen, erklärt der Ratgeber Staudenbeet anlegen und pflegen.
Balkonkasten für Bienen: Schritt für Schritt
- Kasten vorbereiten: Einen Kasten mit Abzugslöchern wählen und am Boden eine Schicht Blähton gegen Staunässe einfüllen.
- Erde einfüllen: Den Kasten zu etwa zwei Dritteln mit Wilsaflor® Balkon- & Kübelpflanzenerde oder Wilsaflor® Torffreie Blumenerde füllen.
- Pflanzen auswählen: Für Sonne eignen sich Lavendel, Thymian, Oregano, Goldmarie und Verbene, für Halbschatten Glockenblumen und Kapuzinerkresse. Ungefüllte Sorten wählen.
- Einsetzen: Je Meter Kastenlänge vier bis fünf Pflanzen setzen. Die Ballen so tief einsetzen, dass oben ein Gießrand von etwa 2 cm bleibt, dann mit Erde auffüllen.
- Angießen: Die Erde leicht andrücken und gründlich wässern.
- Pflegen: Verblühtes regelmäßig ausputzen, das fördert neue Blüten. Kräuter nicht vollständig abernten, sondern einen Teil blühen lassen.
Rechenbeispiel: Ein Kasten mit 100 × 20 × 15 cm Innenmaß fasst 1 × 0,2 × 0,15 = 0,03 m³, also 30 Liter. Ein 40-Liter-Sack reicht damit für einen Kasten, der Rest dient zum Nachfüllen.
Die Balkon- & Kübelpflanzenerde ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt und durch Holzfasern und Ton strukturstabil. Die torffreie Variante besteht aus 40 % Grünschnitt-Kompost, 30 % Holzfasern, 20 % Kokos und 10 % Ton, hat einen pH-Wert von 6,0 bis 6,4 und ist 6 bis 8 Wochen vorgedüngt. Torffreie Erde trocknet an der Oberfläche schneller ab, deshalb vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchtigkeit prüfen. Weitere Tipps für Kästen und Kübel stehen im Ratgeber Balkon- und Kübelpflanzen.
Gehölze für Insekten und Vögel
Sträucher und kleine Bäume bieten auf wenig Fläche besonders viele Blüten. Salweide und Kornelkirsche gehören zu den ersten Pollenquellen im Jahr. Felsenbirne, Schlehe, Weißdorn und Wildrosen blühen im Frühjahr und Frühsommer und tragen im Herbst Früchte, die Vögeln als Winterfutter dienen. Auch Holunder und Eberesche verbinden Blüten für Insekten mit Beeren für Vögel. Eine frei wachsende Hecke aus mehreren dieser Arten ersetzt eine reine Formhecke und bietet zugleich Nistplätze.
Gepflanzt wird am besten im Herbst. Den Aushub etwa 1:1 mit Wilsaflor® Pflanzerde mischen, die 30 % Grünschnitt-Kompost enthält und für 3 bis 6 Monate vorgedüngt ist. Wie Sträucher und Hecken richtig gesetzt werden, zeigt der Ratgeber Sträucher, Stauden und Hecken pflanzen.
Auch Gemüse und Kräuter helfen
Im Nutzgarten lässt sich ohne Aufwand viel für Insekten tun. Obstbäume und Beerensträucher werden im Frühjahr stark besucht, Zucchini und Kürbis öffnen im Sommer große Blüten für Hummeln. Einzelne Lauchpflanzen, Zwiebeln, Radieschen oder Rucola einfach in Blüte gehen lassen statt sie abzuräumen. Bei Küchenkräutern wie Thymian, Oregano, Salbei, Bohnenkraut und Schnittlauch genügt es, nur einen Teil zu ernten. Die übrigen Triebe blühen und ernähren über Wochen viele Insekten. Phacelia als Gründüngung auf freien Beeten liefert zusätzlich reichlich Nektar.
Wasserstelle, Wildecke und Nisthilfe
An heißen Tagen brauchen Bienen Wasser. Eine flache Schale mit Steinen oder Moos als Landeplatz verhindert, dass die Tiere ertrinken. Das Wasser alle zwei bis drei Tage erneuern.
Eine Wildecke kostet kaum Arbeit: Ein ungemähter Streifen, ein Haufen aus Laub und Totholz und ein paar Brennnesseln als Raupenfutter für Schmetterlinge reichen schon. Viele Wildbienenarten nisten im Boden und brauchen offene, sonnige Stellen mit sandiger Erde ohne Mulch. Im Rasen dürfen Klee und Gänseblümchen blühen, wenn seltener gemäht wird.
Für Arten, die in Hohlräumen nisten, eignet sich eine einfache Nisthilfe. Dazu in Hartholz wie Buche oder Esche Löcher mit 3 bis 8 mm Durchmesser und 5 bis 10 cm Tiefe bohren, und zwar seitlich ins Holz und nicht in die Schnittfläche, da diese reißt. Die Ränder glatt schleifen. Gebündelte Schilfhalme, hinten geschlossen, sind ebenfalls geeignet. Die Nisthilfe sonnig nach Süden oder Südosten und regengeschützt aufhängen.
Tipp: Eine Nisthilfe nützt nur mit Futter in der Nähe. Viele Wildbienen fliegen nur wenige hundert Meter weit, deshalb Nistplatz und Blütenpflanzen möglichst im selben Garten einplanen.
Fazit
Ungefüllte Blüten, eine Blühfolge von März bis Oktober, heimische Gehölze und ein Stück Wildnis machen jeden Garten bienenfreundlich. Für Kästen und Kübel ist die Wilsaflor® Torffreie Blumenerde eine gute Grundlage, im Beet unterstützt die Pflanzerde ein sicheres Anwachsen.