Garten & Pflanzen

Blumenzwiebeln pflanzen: Tulpen, Narzissen und Krokusse

5 Min. Lesezeit

Blühende rote Tulpen, gelbe Narzissen und violette Krokusse in einem Frühlingsbeet eines norddeutschen Gartens

Blumenzwiebeln pflanzen im Herbst: Mit der richtigen Tiefe, lockerem Boden und etwas Schutz blühen Tulpen, Narzissen und Krokusse im Frühjahr zuverlässig.

Frühlingsblüher brauchen eine Kälteperiode, um Blüten anzulegen. Deshalb kommen sie im Herbst in die Erde, wurzeln vor dem Winter ein und treiben aus, sobald der Boden sich erwärmt.

Die richtige Pflanzzeit im Herbst

Gepflanzt wird von September bis November, solange der Boden nicht gefroren ist. Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen kommen am besten früh in die Erde, im September oder Oktober. Diese Arten bilden schnell Wurzeln und brauchen dafür noch etwas Bodenwärme. Tulpen werden eher im Oktober und November gesetzt. In kühlerem Boden sind sie weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Übrig gebliebene Zwiebeln lassen sich auch im Dezember noch setzen, solange der Boden offen ist. Die Blüte kommt dann etwas später und fällt im ersten Jahr manchmal kleiner aus, ist aber besser als vertrocknete Zwiebeln im Schuppen.

Die Zwiebeln möglichst bald nach dem Kauf pflanzen, damit sie nicht austrocknen. Bis dahin kühl, trocken und luftig lagern, zum Beispiel in einer offenen Kiste im Schuppen. Gute Zwiebeln sind fest, schwer und ohne Schimmelflecken. Weiche oder eingeschrumpelte Exemplare treiben meist schwach oder gar nicht aus.

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und vor allem durchlässig sein. Staunässe ist der häufigste Grund, warum Zwiebeln im Boden faulen. Unter laubabwerfenden Gehölzen ist im Frühjahr genug Licht, denn die meisten Zwiebelblumen blühen, bevor die Bäume ihr Laub bilden.

Pflanztiefe und Abstand: die Faustregel

Die wichtigste Regel ist einfach: Das Pflanzloch ist etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Eine Tulpenzwiebel mit 5 cm Höhe kommt damit 10 bis 15 cm tief in die Erde (2 × 5 cm = 10 cm, 3 × 5 cm = 15 cm). Gemessen wird von der Unterseite der Zwiebel bis zur Erdoberfläche. In leichten, sandigen Böden eher tiefer, in schweren Böden etwas flacher pflanzen.

Art Pflanztiefe Abstand Blütezeit
Schneeglöckchen 5 bis 8 cm 5 cm Februar bis März
Krokus 5 bis 8 cm 5 bis 8 cm Februar bis April
Traubenhyazinthe 5 bis 8 cm 5 bis 8 cm April bis Mai
Narzisse 10 bis 15 cm 10 bis 15 cm März bis April
Hyazinthe 10 bis 15 cm 10 bis 15 cm April
Tulpe 10 bis 15 cm 10 bis 15 cm April bis Mai
Zierlauch 15 bis 20 cm 20 bis 30 cm Mai bis Juni

Mit einer Mischung aus frühen, mittleren und späten Arten reicht die Blüte von Februar bis in den Juni. Wer einzelne Zwiebeln in Reih und Glied setzt, erhält ein eher strenges Bild. Natürlicher wirken Tuffs aus 5 bis 15 Zwiebeln einer Sorte. Kleine Arten wie Krokus und Traubenhyazinthe entfalten ihre Wirkung erst in größeren Gruppen.

Blumenzwiebeln pflanzen: Schritt für Schritt

Hände in Gartenhandschuhen legen Tulpenzwiebeln mit der Spitze nach oben in ein Pflanzloch in lockerer, dunkler Gartenerde
  1. Boden lockern: Die Fläche spatentief lockern, Wurzelunkräuter und Steine entfernen.
  2. Erde verbessern: 3 bis 5 cm Wilsaflor® Pflanzerde aufbringen und oberflächlich einarbeiten. Der Anteil von 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern macht den Boden locker und humos. Schwere Böden zusätzlich mit etwas Sand durchlässiger machen.
  3. Pflanzloch graben: Mit Pflanzschaufel oder Zwiebelpflanzer ein Loch nach der Faustregel ausheben. Für Tuffs eine größere Mulde graben.
  4. Zwiebeln setzen: Mit der Spitze nach oben einlegen und leicht in den Boden drücken. Bei Krokussen und anderen kleinen Knollen ist oben nicht immer gut zu erkennen, dann seitlich legen.
  5. Zudecken und angießen: Mit Erde füllen, leicht andrücken und angießen, damit die Wurzelbildung beginnt.
  6. Markieren: Die Stelle mit einem Stab kennzeichnen, damit beim Hacken im Frühjahr nichts beschädigt wird.

Rechenbeispiel: Ein Zwiebelbeet mit 2 m² braucht bei 4 cm Schicht 2 × 0,04 = 0,08 m³ Pflanzerde, also 80 Liter. Das sind zwei Säcke mit je 40 Litern. Die Pflanzerde ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt, ein zusätzlicher Dünger ist beim Pflanzen nicht nötig.

Schutz vor Wühlmäusen

Wühlmäuse fressen besonders gern Tulpen und Krokusse. In gefährdeten Gärten die Zwiebeln in einen Pflanzkorb aus engmaschigem Draht setzen, der in das Pflanzloch kommt und bis knapp unter die Oberfläche reicht. Narzissen, Zierlauch und Kaiserkronen werden von Wühlmäusen in der Regel gemieden, sie eignen sich gut für Gärten mit Mäusebefall.

Zwiebeln im Topf: die Lasagne-Methode

Auf Balkon und Terrasse lassen sich mehrere Zwiebelarten übereinander in einen Topf schichten. Das Ergebnis ist eine Blüte in Wellen, von Krokus bis Tulpe. Der Topf sollte mindestens 25 bis 30 cm tief sein und ein Abzugsloch haben. Als Substrat eignet sich die Wilsaflor® Blumenerde, deren Tonanteil von 10 % Wasser und Nährstoffe puffert.

  • Unten eine Drainageschicht aus Blähton, darauf etwas Erde.
  • Erste Lage: späte, große Zwiebeln wie Tulpen oder Zierlauch, mit Erde bedecken.
  • Zweite Lage: Narzissen oder Hyazinthen, wieder mit Erde bedecken.
  • Dritte Lage: Krokusse oder Traubenhyazinthen, mit etwa 5 cm Erde abschließen.

Die Triebe der unteren Lagen wachsen an den oberen Zwiebeln vorbei. Den Topf über den Winter an eine geschützte Hauswand stellen und das Gefäß bei starkem Frost mit Vlies umwickeln. Obendrauf können Hornveilchen gepflanzt werden, wie im Ratgeber Balkon im Herbst und Winter bepflanzen beschrieben.

Nach der Blüte: Laub stehen lassen

Verblühte Blüten abschneiden, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt. Die Blätter aber unbedingt stehen lassen, bis sie gelb werden und einziehen. Über das Laub sammelt die Zwiebel Nährstoffe für das nächste Jahr. Wird es zu früh entfernt oder zusammengeknotet, fällt die Blüte im Folgejahr schwach aus. Zwiebeln im Rasen erst mähen, wenn das Laub vergilbt ist.

Krokusse, Schneeglöckchen und viele Narzissen verwildern und breiten sich über Jahre aus. Gartentulpen werden dagegen oft schwächer und lassen sich nach dem Einziehen ausgraben, trocken lagern und im Herbst neu setzen. Zwiebelblumen passen gut zwischen Stauden, die das welke Laub später verdecken. Mehr dazu im Ratgeber Staudenbeet anlegen und pflegen. Weitere Arbeiten für die kalte Jahreszeit stehen im Ratgeber Garten winterfest machen.

Fazit

Im Herbst gesetzt, zwei- bis dreimal so tief wie hoch und in lockeren, durchlässigen Boden: So gelingen Frühlingsblüher sicher. Im Beet verbessert die Wilsaflor® Pflanzerde den Boden, im Topf sorgt Blumenerde für eine bunte Blüte in mehreren Lagen.

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Häufige Fragen

Wie tief werden Blumenzwiebeln gepflanzt?

Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Kleine Krokusse kommen damit 5 bis 8 cm tief in die Erde, Tulpen und Narzissen 10 bis 15 cm.

Bis wann können Tulpen gepflanzt werden?

Tulpen werden am besten im Oktober und November gesetzt. Solange der Boden nicht gefroren ist, gelingt die Pflanzung auch noch im Dezember.

Darf das Laub nach der Blüte abgeschnitten werden?

Erst, wenn es gelb geworden ist. Über die grünen Blätter lagert die Zwiebel Reserven für die Blüte im nächsten Jahr ein.

Welche Zwiebelblumen meiden Wühlmäuse?

Narzissen, Zierlauch und Kaiserkronen bleiben meist unberührt. Tulpen und Krokusse werden dagegen gern gefressen und sind in einem Drahtkorb besser aufgehoben.