Hochbeet & Gemüse

Gemüse auf dem Balkon anbauen: viel Ernte auf wenig Platz

5 Min. Lesezeit

Ein sonniger Stadtbalkon mit Kübeln voller Naschtomaten, Paprika, Salat und Kräutern vor einer hellen Hauswand

Gemüse auf dem Balkon wächst in Kübeln, Kästen und Ampeln erstaunlich gut: mit sonnigem Platz, großen Gefäßen und täglicher Pflege.

Schon wenige Quadratmeter reichen für Tomaten, Salat und Bohnen. Entscheidend sind die passende Auswahl, genug Erde für jede Pflanze und eine Pflege, die zum knappen Wurzelraum passt.

Gemüse auf dem Balkon: was wohin passt

Die Ausrichtung bestimmt, was gelingt. Ein Südbalkon mit sechs und mehr Stunden Sonne ist ideal für Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken. Ost- und Westbalkone bekommen einen halben Tag Sonne, dort wachsen Salat, Mangold, Radieschen und Bohnen gut, auf der Westseite oft auch Tomaten. Auf Nordbalkonen bleibt es bei Pflücksalat und robusten Kräutern.

Gemüse Gefäßgröße Ausrichtung Hinweis
Tomaten (Balkon- und Naschtomaten) mindestens 20 l je Pflanze Süd, West regengeschützt, mit Stab oder Spirale
Paprika, Chili 10 bis 15 l Süd wärmster Platz an der Hauswand
Snackgurken 20 bis 30 l Süd, West Rankgitter, windgeschützt
Zucchini 40 bis 60 l Süd, West braucht viel Platz, eine Pflanze reicht
Buschbohnen Kasten ab 20 cm Tiefe Süd, West, Ost kein Rankgerüst nötig
Pflücksalat Kasten ab 15 cm Tiefe Ost, West, Nord verträgt Halbschatten, laufend ernten
Radieschen Kasten ab 15 cm Tiefe Ost, West nach vier bis sechs Wochen erntereif
Mangold 10 l Süd, Ost, West lange Ernte, farbige Stiele

Tomaten, Paprika und Gurken lassen sich ab März auf der Fensterbank vorziehen. Für die Aussaat eignet sich die Wilsaflor® Anzucht- & Kräutererde mit Perlite: fein, mit geringem Nährstoffgehalt, für 6 bis 8 Wochen vorgedüngt und mit 10 % Perlite. Nach dem Pikieren wandern die Jungpflanzen in größere Töpfe und nach den Eisheiligen Mitte Mai auf den Balkon. Salat und Radieschen vertragen Kühle und dürfen schon ab April nach draußen.

Gefäße und Statik

Je größer das Gefäß, desto mehr Wasser und Nährstoffe hält es vor und desto seltener muss gegossen werden. Jedes Gefäß braucht ein Abzugsloch. Helle Kübel heizen sich in der Sonne weniger auf als dunkle. Kunststoff und Fiberglas sind leicht, Terrakotta ist schwer und trocknet schneller aus. Pflanzsäcke aus Gewebe sind eine günstige, leichte Lösung für Tomaten und Kartoffeln.

Nasse Erde ist schwer. Ein großer Kübel wiegt mit feuchter Erde und Pflanze schnell mehrere Dutzend Kilogramm. Schwere Gefäße deshalb an die Hauswand stellen statt an die vordere Kante des Balkons und bei vielen großen Kübeln vorher die Hausverwaltung nach der zulässigen Belastung fragen. Balkonkästen an der Brüstung nur mit stabilen Haltern befestigen, am sichersten auf der Innenseite. Untersetzer verhindern, dass Gießwasser auf den Balkon darunter tropft.

In höheren Stockwerken weht oft kräftiger Wind. Er trocknet die Erde zusätzlich aus und knickt hohe Pflanzen. Tomaten und Gurken deshalb an Stäben oder Gittern gut anbinden, hohe Kübel nicht frei an die Brüstung stellen und bei Sturm leichte Gefäße an eine geschützte Ecke rücken. Eine Windschutzmatte am Geländer schafft für empfindliche Arten ein ruhigeres Kleinklima.

Pflanzkübel bepflanzen: Schritt für Schritt

Hände in Gartenhandschuhen setzen eine junge Tomatenpflanze in einen großen Kübel auf einem sonnigen Balkon, daneben ein Pflanzstab
  1. Gefäß vorbereiten: Das Abzugsloch prüfen und mit einer Tonscherbe abdecken, damit keine Erde ausgespült wird.
  2. Drainage einfüllen: Eine Schicht von 3 bis 5 cm Blähton oder Kies einbringen und mit einem Vlies abdecken, damit sie nicht verschlämmt.
  3. Erde einfüllen: Wilsaflor® Tomaten- & Gemüseerde locker bis etwa zwei Drittel der Höhe einfüllen.
  4. Pflanze wässern: Den Wurzelballen im Topf in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  5. Einsetzen: Tomaten tiefer setzen als im Anzuchttopf, denn am Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln. Andere Gemüse so tief wie zuvor einsetzen.
  6. Stütze setzen: Stab oder Spirale gleich beim Pflanzen einstecken. Später verletzt das Einstecken die Wurzeln.
  7. Auffüllen und angießen: Erde bis 2 bis 3 cm unter den Rand auffüllen, leicht andrücken und kräftig angießen. Der freie Rand dient als Gießrand.

Rechenbeispiel: Zwei Tomaten brauchen 2 × 20 = 40 Liter, eine Snackgurke 20 Liter. Zwei Kästen mit 80 × 20 × 15 cm fassen je 0,8 × 0,2 × 0,15 = 0,024 m³, also 24 Liter, zusammen 48 Liter. Insgesamt sind das 40 + 20 + 48 = 108 Liter oder 108 : 18 = 6 Säcke à 18 Liter.

Die Tomaten- & Gemüseerde enthält 40 % Grünschnitt-Kompost, hat einen pH-Wert von 5,5 bis 6,0 und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Der hohe Kompostanteil speichert Wasser, was im Kübel besonders wichtig ist.

Vertikal gärtnern

Auf kleinen Balkonen liegt der Platz in der Höhe. Ein Rankgitter an der Hauswand trägt Snackgurken, Stangenbohnen oder Kapuzinerkresse. Hängetomaten wachsen in Ampeln, ihre Triebe hängen über den Rand und tragen viele kleine Früchte. Pflanztaschen an der Wand oder ein Regal mit gestaffelten Kästen bieten Platz für Salat, Radieschen und Kräuter. Dabei die niedrigen Pflanzen so anordnen, dass die hohen keinen Schatten auf sie werfen.

Auch Erdbeeren und Säulenobst passen gut auf den Balkon, wie der Ratgeber Obst im Kübel zeigt. Für Kräuter gelten eigene Regeln bei Erde und Wasser, beschrieben im Ratgeber Kräuter anbauen auf Balkon und Fensterbank.

Gießen und Nachdüngen

Im Sommer ist tägliches Gießen auf dem Balkon die Regel, an heißen Tagen bei Tomaten und Gurken sogar morgens und abends. Vor dem Gießen mit dem Finger prüfen, ob die Erde einige Zentimeter tief trocken ist. Dann so lange gießen, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft, und den Untersetzer nach einer halben Stunde leeren. Tomaten möglichst nicht über die Blätter gießen und unter einem Dachvorsprung vor Regen schützen, das beugt der Kraut- und Braunfäule vor. Für Urlaubstage helfen Tonkegel, Wasserspeicherkästen oder eine einfache Tropfbewässerung.

Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und Zucchini verbrauchen die Nährstoffe im Kübel schneller als im Beet. Ab der Blüte werden sie deshalb regelmäßig nachgedüngt, am einfachsten mit einem flüssigen Gemüsedünger über das Gießwasser nach Packungsangabe. Salat und Radieschen sind Schwachzehrer und kommen mit der Vorratsdüngung der Erde aus. Nach der Ernte der Radieschen gleich neu säen, so ist der Kasten bis in den Herbst genutzt. Weitere Tipps zum Fruchtgemüse stehen im Ratgeber Gemüse und Tomaten anbauen.

Fazit

Ein sonniger Platz, große Gefäße und tägliches Gießen machen den Balkon zum kleinen Gemüsegarten. Mit vertikalen Lösungen passt auch auf wenige Quadratmeter erstaunlich viel. Für Kübel und Kästen ist die Wilsaflor® Tomaten- & Gemüseerde die passende Grundlage.

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Häufige Fragen

Wie groß muss ein Kübel für Tomaten sein?

Mindestens 20 Liter Erde je Pflanze. Größere Gefäße halten mehr Wasser und Nährstoffe und müssen seltener gegossen werden.

Welches Gemüse wächst auf einem Nordbalkon?

Pflücksalat und robuste Kräuter kommen mit wenig Sonne aus. Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken braucht dagegen einen sonnigen Süd- oder Westbalkon.

Wie oft wird Balkongemüse gegossen?

Im Sommer meist täglich, an heißen Tagen bei Tomaten und Gurken morgens und abends. Vorher mit dem Finger prüfen, ob die Erde einige Zentimeter tief trocken ist.

Muss Balkongemüse nachgedüngt werden?

Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und Zucchini werden ab der Blüte regelmäßig nachgedüngt. Salat und Radieschen kommen mit der Vorratsdüngung der Erde aus.