Aussaat und Anzucht: So gelingen kräftige Jungpflanzen
Die richtige Anzucht-Erde, genug Licht und rechtzeitiges Pikieren: So gelingen kräftige Jungpflanzen für Gemüse, Kräuter und Sommerblumen.
Selbst vorgezogene Pflanzen sind günstig, sortenreich und robust. Mit etwas Geduld gelingt die Anzucht auf jeder hellen Fensterbank.
Warum spezielle Anzuchterde?
Keimlinge brauchen am Anfang kaum Nährstoffe, denn das Samenkorn bringt einen eigenen Vorrat mit. Zu viel Dünger schadet dagegen den zarten Wurzeln, die feinen Wurzelhaare können in salzreicher Erde regelrecht verbrennen. Anzuchterde ist deshalb fein, locker und nährstoffarm.
Die Wilsaflor® Anzucht- & Kräutererde mit Perlite hat eine feine Struktur und einen niedrigen Salzgehalt. Sie besteht aus Weißtorf, Schwarztorf sowie je 10 % Perlite und Ton. Perlite verhindert, dass die Erde verschlämmt, und hält sie gut durchlüftet. Der pH-Wert liegt bei 5,8 bis 6,0, die leichte Vorratsdüngung reicht 6 bis 8 Wochen.
Für die Anzucht eignen sich verschiedene Gefäße: Anzuchtschalen mit Haube für viele kleine Samen, Multitopfplatten für Pflanzen, die später einzeln stehen, und kleine Töpfe für große Samen wie Kürbis oder Zucchini. Gebrauchte Gefäße vor der Aussaat gründlich mit heißem Wasser reinigen, um Krankheitskeime zu entfernen.
Wann wird ausgesät?
| Zeitraum | Aussaat auf der Fensterbank | Hinweis |
|---|---|---|
| Februar bis März | Paprika, Chili, Aubergine, Sellerie | lange Keimdauer, viel Wärme nötig |
| März bis April | Tomaten, Kohl, Lauch, Sommerblumen | nicht zu früh, sonst vergeilen die Pflanzen |
| April bis Mai | Kürbis, Zucchini, Gurken, Basilikum | schnelle Keimung, große Samen einzeln in Töpfe |
Die Angaben auf der Samentüte haben Vorrang, denn Sorten unterscheiden sich. Wichtig ist der Pflanztermin: Wärmeliebendes Gemüse kommt erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Von dort aus rückwärts gerechnet ergibt sich der Aussaattermin.
Lichtkeimer wie Salat, Basilikum oder viele Sommerblumen brauchen Licht zum Keimen und werden nur angedrückt. Dunkelkeimer wie Tomaten, Kürbis oder Ringelblumen keimen nur, wenn sie mit Erde bedeckt sind. Auf der Samentüte ist meist angegeben, zu welcher Gruppe eine Sorte gehört.
Aussaat: Schritt für Schritt
- Gefäße füllen: Anzuchtschalen, kleine Töpfe oder Multitopfplatten locker mit Anzuchterde füllen und die Oberfläche leicht andrücken.
- Säen: Samen nach Angabe auf der Tüte verteilen. Lichtkeimer nur andrücken, Dunkelkeimer etwa doppelt so dick wie das Korn mit Erde übersieben.
- Befeuchten: Mit einer Sprühflasche gleichmäßig anfeuchten, damit die Samen nicht weggespült werden.
- Abdecken: Eine transparente Haube oder Folie auflegen, das hält die Luftfeuchtigkeit hoch.
- Warm und hell stellen: Die meisten Gemüse keimen bei 18 bis 22 °C, Paprika und Chili brauchen eher 25 °C. Täglich kurz lüften, damit sich kein Schimmel bildet.
- Kühler stellen: Sobald die Keimlinge erscheinen, die Haube abnehmen und etwas kühler, aber sehr hell stellen. So wachsen sie kompakt statt lang und dünn.
Licht und Temperatur
Ein Südfenster ist im Frühjahr der beste Platz. Die Schalen täglich etwas drehen, damit die Keimlinge nicht schief zum Licht wachsen. Nach der Keimung bevorzugen die meisten Jungpflanzen Temperaturen um 15 bis 18 °C. Ein warmer Platz über der Heizung ist dann ungünstig: Die Pflanzen wachsen zu schnell und bleiben schwach.
Direktsaat ins Beet
Nicht alles muss vorgezogen werden. Möhren, Radieschen, Spinat, Erbsen, Bohnen und viele Sommerblumen werden direkt ins Freiland gesät, sobald der Boden warm genug ist. Möhren und Radieschen vertragen das Umpflanzen schlecht und werden deshalb grundsätzlich direkt gesät.
Pikieren und Abhärten
Wenn sich nach den beiden Keimblättern die ersten echten Blätter zeigen, wird es in der Schale eng. Jetzt werden die Sämlinge pikiert, also vereinzelt:
- Kleine Töpfe mit Anzucht- und Kräutererde füllen und mit einem Pikierstab oder Bleistift ein Loch vorbohren.
- Den Sämling vorsichtig mit dem Stab aus der Schale heben und nur an den Keimblättern anfassen, nie am Stängel.
- Tief einsetzen, bis knapp unter die Keimblätter, die Erde leicht andrücken und angießen.
Etwa zwei Wochen vor dem Auspflanzen beginnt das Abhärten. Die Jungpflanzen jeden Tag einige Stunden ins Freie stellen, zuerst in den Schatten, später in die Sonne, und die Zeit langsam verlängern. Danach geht es ins Beet, ins Hochbeet oder in den Kübel. Wie Tomaten und Gemüse gepflanzt werden, zeigt der Ratgeber Tomaten und Gemüse anbauen.
Tipp: Lange, dünne, helle Keimlinge haben zu wenig Licht. Die Fensterbank ist im Februar oft zu dunkel. Dann die Aussaat lieber zwei bis drei Wochen später starten oder eine Pflanzenleuchte nutzen.
Häufige Probleme bei der Anzucht
- Keimlinge knicken um: Meist eine Pilzkrankheit durch zu viel Nässe und zu wenig Luft. Sparsamer gießen, öfter lüften und für jede Aussaat frische Erde verwenden.
- Weißer Belag auf der Erde: Oft Schimmel durch stehende, feuchte Luft. Haube abnehmen, lüften, Oberfläche abtrocknen lassen.
- Samen keimen nicht: Zu kalt, zu trocken oder zu tief gesät. Temperatur und Aussaattiefe prüfen.
- Jungpflanzen werden blass: Die leichte Vorratsdüngung der Anzuchterde ist verbraucht. Dann in nährstoffreichere Erde umsetzen.
Kräuter im Topf
Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei mögen es mager und durchlässig. Für sie ist die Anzucht- und Kräutererde nicht nur zur Aussaat, sondern auch dauerhaft im Topf geeignet. Starkzehrende Kräuter wie Basilikum brauchen nach dem Pikieren mehr Nahrung. Sie werden später in Wilsaflor® Tomaten- & Gemüseerde umgesetzt, gern direkt neben die Tomaten.
Ein Hochbeet ist ein guter Platz für die vorgezogenen Pflanzen. Den Aufbau beschreibt der Ratgeber Hochbeet befüllen.
Selbst geerntetes Saatgut von samenfesten Sorten, etwa bei Tomaten oder Bohnen, lässt sich im nächsten Jahr erneut aussäen. Die Samen gut trocknen und kühl, trocken und dunkel in Papiertüten lagern. Hybridsorten mit der Bezeichnung F1 bringen aus eigenem Saatgut dagegen keine sortenechten Pflanzen hervor.
Fazit
Feine, salzarme Erde, Wärme zum Keimen, viel Licht und rechtzeitiges Pikieren: So entstehen kräftige Jungpflanzen. Die Wilsaflor® Anzucht- & Kräutererde mit Perlite im 18-Liter-Sack ist für Aussaat, Pikieren und mediterrane Kräuter die passende Wahl.