Hochbeet & Gemüse

Gemüse im Gewächshaus anbauen

6 Min. Lesezeit

Ein helles Gewächshaus mit kräftigen Tomatenpflanzen an Schnüren, reifen roten Früchten und Gurken an einem Rankgerüst

Im Gewächshaus Gemüse anbauen heißt: früher säen, länger ernten und Tomaten, Gurken und Paprika vor Regen und kalten Nächten schützen.

Ein Gewächshaus verlängert die Gartensaison im norddeutschen Klima am Anfang und am Ende um mehrere Wochen. Mit einem durchdachten Anbauplan steht die Fläche fast das ganze Jahr über nicht leer.

Das Jahr im Gewächshaus: Gemüse von Februar bis November

Gärtner teilen das Gewächshausjahr in drei Abschnitte. In der Vorkultur wachsen schnelle, kältetolerante Arten, die geerntet sind, bevor die wärmeliebenden Hauptkulturen den Platz brauchen. Nach deren Ende folgt die Nachkultur mit Wintergemüse.

Phase Zeitraum Gemüse Hinweis
Vorkultur Ende Februar bis Mai Pflücksalat, Kohlrabi, Radieschen, Spinat, Frühlingszwiebeln verträgt kühle Nächte, vor der Hauptkultur abernten
Anzucht Februar bis April Tomaten, Paprika, Chili, Gurken auf der Fensterbank oder im beheizten Haus vorziehen
Hauptkultur Mai bis Oktober Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Auberginen wärmebedürftig, braucht die volle Fläche
Nachkultur September bis zum Frühjahr Feldsalat, Winterportulak, Spinat, Asiasalate auf frei werdende Flächen säen, Ernte bis in den Winter

Paprika und Chili brauchen lange bis zur Ernte und werden deshalb schon ab Februar gesät, Tomaten ab Mitte März, Gurken erst im April. Für die Aussaat eignet sich die Wilsaflor® Anzucht- & Kräutererde mit Perlite. Die Erde ist fein, nährstoffarm, für 6 bis 8 Wochen vorgedüngt und enthält 10 % Perlite gegen Verschlämmung. Wie Samen sicher keimen und wann pikiert wird, beschreibt der Ratgeber Aussaat und Anzucht.

In ein unbeheiztes Gewächshaus kommen Tomaten ab Ende April bis Anfang Mai, wenn die Nächte im Haus nicht mehr unter etwa 10 °C fallen. Gurken, Paprika und Auberginen sind empfindlicher und folgen erst Mitte Mai.

Beete im Gewächshaus vorbereiten: Schritt für Schritt

Hände in Gartenhandschuhen setzen eine junge Tomatenpflanze tief in ein vorbereitetes Beet in einem hellen Gewächshaus
  1. Ausräumen: Pflanzenreste der Vorsaison und Wildkraut entfernen. Kranke Pflanzenteile in den Restmüll geben, nicht auf den Kompost.
  2. Reinigen: Scheiben innen und außen waschen, damit im Frühjahr viel Licht ankommt. Ecken und Rahmen abbürsten, denn dort überwintern gern Schädlinge.
  3. Boden lockern: Die Beete mit der Grabegabel etwa 20 cm tief lockern, ohne die Schichten umzugraben.
  4. Erde auffrischen: Etwa 5 cm Wilsaflor® Tomaten- & Gemüseerde aufbringen und flach einarbeiten.
  5. Fläche einteilen: Tomaten an den hellsten Platz setzen, Gurken in einen eigenen Bereich, Wege fest und schmal halten.
  6. Vorwärmen: Die Beete ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung feucht halten und das Haus geschlossen lassen, damit sich der Boden erwärmt.
  7. Pflanzen und stützen: Tomaten tiefer als im Topf setzen, denn am Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln. Gleich Spiralstab oder Schnur anbringen und kräftig angießen.

Rechenbeispiel: Ein Beet mit 3 × 1 m braucht bei 5 cm Schicht 3 × 1 × 0,05 = 0,15 m³ Erde, also 150 Liter. Bei Säcken à 18 Liter sind das 150 : 18 ≈ 8,3, also 9 Säcke.

Die Tomaten- & Gemüseerde enthält 40 % zersetzten Grünkompost, der Wasser gut speichert, und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Damit sind die Pflanzen für die ersten Wochen nach dem Pflanzen versorgt.

Lüften, Temperatur und Gießen

An sonnigen Frühjahrstagen wird es unter Glas schnell heiß, auch wenn es draußen noch kühl ist. Ab etwa 25 °C Fenster und Tür öffnen. Über 30 °C werden Tomatenblüten schlecht befruchtet und fallen teilweise ab. Automatische Fensteröffner, die sich bei Wärme selbst öffnen, nehmen viel Arbeit ab. Im Hochsommer hilft zusätzlich ein Schattiernetz über dem Dach. Im Frühjahr und Herbst das Haus abends wieder schließen, damit die gespeicherte Wärme bleibt.

Tomaten mögen eher trockene Luft, Gurken lieben es feucht. Wo beide in einem Haus wachsen, die Gurken in einen Bereich setzen, der sich etwas abtrennen lässt, etwa mit einer Folie, und die Tomaten näher an Tür und Lüftung.

Gießen am Morgen

Im Gewächshaus fällt kein Regen, das Gießen liegt also ganz in der eigenen Hand. Am besten morgens gießen, direkt auf den Boden und nicht über die Blätter. So trocknet das Laub bis zum Abend ab, und Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule bei Tomaten finden kaum feuchte Blätter. Wichtig ist Regelmäßigkeit: Wechseln trockene und nasse Phasen, platzen Tomaten auf oder bekommen dunkle Stellen an der Fruchtunterseite. Abgestandenes, temperiertes Wasser ist besser als kaltes Leitungswasser. Mehr dazu steht im Ratgeber Garten richtig gießen.

Düngen in der Hauptsaison

Tomaten, Gurken und Paprika sind Starkzehrer. Sobald die Vorratsdüngung nachlässt, versorgt der Wilsaflor® Sommerdünger Nr. 2 die Pflanzen. Der organisch-mineralische NPK-Dünger 7+4+5 wird von Juni bis August im Abstand von 6 Wochen ausgebracht, mit etwa 80 g/m². Für das Beet mit 3 m² sind das 3 × 80 = 240 g je Gabe. Den Dünger leicht einarbeiten und angießen.

Bestäubung und Bodenmüdigkeit

Tomaten bestäuben

Tomaten befruchten sich selbst, der Pollen muss sich aber aus der Blüte lösen. Draußen erledigen das Wind und Hummeln, die die Blüten in Schwingung versetzen. Im geschlossenen Gewächshaus fehlt beides. Deshalb während der Blüte täglich gegen Mittag, wenn die Luft warm und trocken ist, kurz an den Pflanzen oder Stäben rütteln. Offene Türen an warmen Tagen lassen zusätzlich Hummeln herein. Paprika und Chili werden ebenso behandelt. Viele Gewächshausgurken sind dagegen rein weiblich blühende Sorten und setzen Früchte auch ohne Bestäubung an.

Erde erneuern

Weil im Gewächshaus jedes Jahr dieselben Arten auf kleiner Fläche wachsen, wird der Boden mit der Zeit müde. Die Pflanzen wachsen schwächer, Krankheitserreger reichern sich an. Dagegen helfen drei Maßnahmen: die Plätze von Tomaten und Gurken jährlich tauschen, alle paar Jahre die obersten 20 bis 30 cm Erde ersetzen oder die Hauptkulturen in Kübel mit frischer Erde pflanzen.

Für Tomaten im Kübel gilt ein Volumen von mindestens 20 Litern je Pflanze. Für sechs Pflanzen sind das 6 × 20 = 120 Liter, bei Säcken à 18 Liter also 120 : 18 ≈ 6,7, aufgerundet 7 Säcke. Die alte Kübelerde nicht wieder für Tomaten verwenden, sondern im Ziergarten verteilen. Wie Tomaten und anderes Fruchtgemüse im Freiland gelingen, zeigt der Ratgeber Gemüse und Tomaten anbauen.

Tipp: Nach dem Abräumen der Tomaten im Oktober sofort Feldsalat oder Winterportulak säen. Beide keimen bei kühlen Temperaturen und liefern im geschützten Gewächshaus bis in den Winter frische Blätter.

Fazit

Ein Gewächshaus bringt mit Vorkultur, Hauptkultur und Nachkultur fast das ganze Jahr Ernte. Entscheidend sind regelmäßiges Lüften, Gießen am Morgen und frische, nährstoffreiche Erde. Für Beete und Kübel unter Glas ist die Wilsaflor® Tomaten- & Gemüseerde die passende Grundlage.

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Häufige Fragen

Wann kommen Tomaten ins Gewächshaus?

In ein unbeheiztes Gewächshaus ab Ende April bis Anfang Mai, wenn die Nächte im Haus nicht mehr unter etwa 10 °C fallen. Gurken und Paprika folgen ab Mitte Mai.

Ab welcher Temperatur wird gelüftet?

Ab etwa 25 °C Fenster und Tür öffnen. Bei mehr als 30 °C leidet die Befruchtung der Tomatenblüten.

Was hilft gegen Bodenmüdigkeit im Gewächshaus?

Die Plätze von Tomaten und Gurken jährlich tauschen und alle paar Jahre die obersten 20 bis 30 cm Erde ersetzen. Alternativ die Hauptkulturen in Kübel mit frischer Erde pflanzen.

Was wächst im Gewächshaus im Winter?

Feldsalat, Winterportulak, Spinat und Asiasalate. Diese Arten werden im Herbst auf frei gewordene Flächen gesät und liefern bis in den Winter frische Blätter.