Schädlinge an Zimmerpflanzen erkennen und loswerden
Schädlinge an Zimmerpflanzen früh erkennen: Trauermücken, Spinnmilben, Woll- und Schildläuse lassen sich meist mechanisch und mit Hausmitteln loswerden.
Ein Befall ist kein Grund zur Panik. Bei regelmäßiger Kontrolle fallen die Tiere auf, bevor sie sich ausbreiten, und chemische Mittel sind fast nie nötig.
Warum Zimmerpflanzen befallen werden
Drinnen fehlen Regen, Wind und natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer oder Schlupfwespen. Schädlinge können sich deshalb ungestört vermehren. Besonders anfällig sind geschwächte Pflanzen: an einem zu dunklen Platz, in trockener Heizungsluft oder in dauerhaft nasser Erde. Spinnmilben und Schildläuse treten vor allem im Winter auf, wenn die Luft trocken ist. Trauermücken lieben feuchte, humusreiche Erde. Oft wird ein Befall auch eingeschleppt, mit neu gekauften Pflanzen oder mit Kübelpflanzen, die den Sommer draußen verbracht haben.
Manche Pflanzen sind besonders beliebt: Spinnmilben befallen gern Palmen, Efeu und Zimmerhibiskus, Wollläuse sitzen häufig an Orchideen und Kakteen, Schildläuse an Zitruspflanzen, Oleander und Gummibaum. Wer diese Arten pflegt, kontrolliert sie besser etwas öfter.
Schädlinge an Zimmerpflanzen erkennen
Jeder Schädling hinterlässt typische Spuren. Eine Lupe und ein Blick auf die Blattunterseiten helfen bei der Bestimmung.
| Schädling | Erkennen | Mechanisch und mit Hausmitteln |
|---|---|---|
| Trauermücken | kleine schwarze Mücken über der Erde, weiße Larven im Substrat | Erde stärker abtrocknen lassen, Gelbtafeln, Sandschicht auf der Erde, Nematoden als Nützlinge |
| Spinnmilben | feine Gespinste, hell gesprenkelte Blätter, vor allem bei trockener Luft | kräftig abduschen, Luftfeuchte erhöhen, Pflanze einige Tage unter eine durchsichtige Tüte stellen |
| Woll- und Schmierläuse | weiße, watteartige Flocken in Blattachseln und an den Wurzeln | mit einem Wattestäbchen und Spiritus abtupfen, stark befallene Teile entfernen |
| Schildläuse | braune, gewölbte Schilde an Stielen und Blattunterseiten, klebriger Belag | Schilde mit weicher Zahnbürste abkratzen, Blätter feucht abwischen |
| Blattläuse | grüne oder schwarze Kolonien an Triebspitzen und Knospen | abduschen, abstreifen, mit milder Schmierseifenlösung besprühen |
| Thripse | silbrig glänzende Flecken mit schwarzen Kotpunkten, sehr schmale Insekten | abduschen, Blautafeln aufhängen, Blätter regelmäßig abwischen |
Klebrige Blätter oder ein klebriger Fleck unter der Pflanze weisen auf saugende Insekten hin, die Honigtau ausscheiden. Auf diesem Belag siedelt sich oft ein schwarzer Pilzrasen an, der Rußtau. Er verschwindet, sobald die Schädlinge beseitigt sind und die Blätter abgewischt werden.
Spinnmilben lassen sich mit einem einfachen Test nachweisen: Die Pflanze fein mit Wasser besprühen, dann werden die zarten Gespinste in den Blattachseln sichtbar. Wurzelläuse zeigen sich erst beim Austopfen als weiße, mehlige Flocken am Ballen. Schildläuse sitzen fest und lösen sich nur mit etwas Druck, das unterscheidet sie von harmlosen Flecken.
Befall behandeln: Schritt für Schritt
- Isolieren: Die befallene Pflanze sofort von anderen trennen und die Nachbarpflanzen gründlich kontrollieren.
- Befallene Teile entfernen: Blätter und Triebe mit vielen Tieren abschneiden und im Restmüll entsorgen, nicht auf dem Kompost.
- Abduschen: Die Erde mit einer Tüte abdecken, die Pflanze schräg halten und Blätter samt Unterseiten mit lauwarmem Wasser kräftig abbrausen.
- Abwischen: Woll- und Schildläuse mit einem feuchten Tuch, einer weichen Bürste oder einem Wattestäbchen entfernen. Schmierseifenlösung und Spiritus vorher an einem einzelnen Blatt testen.
- Gelbtafeln aufstellen: Gelbe Leimtafeln in die Erde stecken. Die Tafeln fangen fliegende Trauermücken und zeigen, ob der Befall zurückgeht.
- Erde tauschen: Bei starkem Trauermückenbefall oder Wurzelläusen die alte Erde vollständig entfernen, die Wurzeln abspülen, den Topf heiß auswaschen und frische Erde verwenden.
- Wiederholen: Die Behandlung nach einer Woche wiederholen, denn aus Eiern schlüpfen neue Tiere. Erst wenn über mehrere Wochen nichts mehr zu sehen ist, darf die Pflanze zurück an ihren Platz.
Beim Erdtausch hilft eine offenporige Erde, die nicht ständig nass bleibt. Die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite ist feinkörnig und offenporig, der Perliteanteil von 10 % lockert sie und verbessert die Durchlüftung. Rechenbeispiel: Ein zylindrischer Topf mit 14 cm Durchmesser und 13 cm Höhe fasst π × 0,07 × 0,07 × 0,13 ≈ 0,002 m³, also rund 2 Liter. Ein 18-Liter-Sack reicht damit für 18 ÷ 2 = 9 solcher Töpfe.
Orchideen und Kakteen
Orchideen werden häufig von Woll- und Schildläusen befallen, die sich in Blattachseln und zwischen den Luftwurzeln verstecken. Nach der Behandlung lohnt das Umtopfen in frisches Substrat. Die Wilsaflor® Orchideenerde mit 20 % grober Pinienrinde in 7 bis 15 mm hält den Wurzelraum offen, sodass überschüssiges Wasser gut abläuft. Wie das geht, steht im Ratgeber Orchideen umtopfen und pflegen. Bei Kakteen sitzen Wollläuse gern zwischen den Dornen und am Wurzelhals. Hier helfen eine Pinzette und ein Wattestäbchen. Weitere Pflegetipps enthält der Ratgeber Kakteen und Sukkulenten pflegen.
Vorbeugen ist die beste Bekämpfung
Gesunde Pflanzen an einem passenden Standort sind deutlich weniger anfällig. Ein paar Gewohnheiten halten Schädlinge dauerhaft fern:
- Neue Pflanzen zwei Wochen getrennt aufstellen und genau ansehen.
- Nach der Fingerprobe gießen, keine dauerhaft nasse Erde, Wasser im Untersetzer abgießen.
- Die Luftfeuchte im Winter erhöhen, zum Beispiel durch Zusammenstellen der Pflanzen.
- Blätter regelmäßig abwischen oder abduschen und dabei die Unterseiten kontrollieren.
- Kübelpflanzen vor dem Einräumen im Herbst gründlich absuchen.
- Maßvoll düngen, denn weiches, stickstoffreiches Gewebe lockt saugende Insekten an.
Die Grundlagen zu Licht, Gießen und Düngen stehen im Ratgeber Zimmerpflanzen pflegen.
Tipp: Gegen Trauermücken hilft eine etwa 1 cm dicke Schicht Quarzsand auf der Erde. Die Weibchen finden keinen feuchten Boden für die Eiablage, und die Oberfläche trocknet schneller ab. Zusätzlich von unten über den Untersetzer gießen und das restliche Wasser nach einer Viertelstunde abgießen.
Pilzkrankheiten und Wurzelfäule
Nicht jedes Problem ist ein Schädling. Ein weißer, mehliger Belag auf den Blättern deutet auf Mehltau hin, braune Flecken mit gelbem Rand auf eine Blattfleckenkrankheit. Befallene Blätter entfernen, die Blätter beim Gießen trocken halten und für bessere Luftbewegung sorgen. Häufiger ist Wurzelfäule durch Staunässe: Die Pflanze welkt trotz nasser Erde, die Wurzeln sind braun, weich und riechen muffig. Dann die Pflanze austopfen, alle faulen Wurzeln bis ins gesunde, helle Gewebe zurückschneiden und in frische, lockere Erde setzen. Danach sparsam gießen, bis neue Wurzeln wachsen. Ein weißer Flaum auf der Erde ist dagegen meist harmloser Schimmel oder Kalk: Die oberste Schicht abtragen und seltener gießen.
Fazit
Früh erkannt, lassen sich die meisten Schädlinge an Zimmerpflanzen durch Isolieren, Abduschen, Abwischen und Gelbtafeln in den Griff bekommen. Bei Trauermücken und Wurzelfäule ist frische, luftige Erde wie die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite der wichtigste Schritt.