Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen pflegen: Licht, Gießen und Düngen

5 Min. Lesezeit

Helle Fensterbank mit Monstera, Efeutute und Bogenhanf in Keramiktöpfen, weiches Tageslicht fällt durch das Fenster

Zimmerpflanzen pflegen heißt vor allem: ein passender Lichtplatz, Gießen nach Bedarf und Dünger nur in der Wachstumszeit. So bleiben sie lange kräftig.

Die meisten Zimmerpflanzen stammen aus tropischen und subtropischen Regionen. Aus ihrer Herkunft erklärt sich, warum Licht, Wasser und Luftfeuchte drinnen so wichtig sind.

Der richtige Standort: Licht entscheidet

Licht ist für Zimmerpflanzen der wichtigste Faktor, und es nimmt mit dem Abstand zum Fenster schnell ab. Schon zwei bis drei Meter vom Fenster entfernt ist es für viele Arten zu dunkel, auch wenn der Raum dem Auge hell erscheint. Typische Zeichen für Lichtmangel sind lange, dünne Triebe, kleine Blätter und verblassende Musterungen. Zu viel direkte Mittagssonne hinter Glas führt dagegen zu hellen, trockenen Flecken auf den Blättern.

Standort Licht Passende Pflanzen
Südfenster sonnig, im Sommer mittags sehr warm Kakteen, Sukkulenten, Bogenhanf, Elefantenfuß
Ost- und Westfenster hell mit Morgen- oder Abendsonne Gummibaum, Monstera, Birkenfeige, Goldfruchtpalme, Orchideen
Nordfenster hell, ohne direkte Sonne Farne, Einblatt, Efeutute, Kentiapalme
Raummitte und Flur wenig Licht Glücksfeder (Zamioculcas), Schusterpalme (Aspidistra)
Büro und Homeoffice meist gleichmäßig hell, Heizungsluft, längere Gießpausen am Wochenende Glücksfeder, Bogenhanf, Efeutute, Grünlilie

Im Büro und im Homeoffice bewähren sich robuste Pflanzen, die eine vergessene Gießrunde verzeihen. Glücksfeder und Bogenhanf speichern Wasser in Blättern und Rhizomen und kommen mit trockener Luft zurecht. Pflanzen nicht direkt über den Heizkörper oder in den Luftstrom einer Klimaanlage stellen. Zugluft und kalte Fensterbänke vertragen viele tropische Arten schlecht.

Zimmerpflanzen pflegen: richtig gießen

Eine Hand prüft mit dem Finger die Feuchtigkeit der Erde einer Monstera, daneben steht eine kleine Gießkanne auf der Fensterbank
  1. Bedarf prüfen: Vor jedem Gießen mit dem Finger 2 bis 3 cm tief in die Erde fühlen. Ist sie dort trocken, wird gegossen. Kakteen und Sukkulenten dürfen fast ganz abtrocknen.
  2. Passendes Wasser nehmen: Zimmerwarmes, möglichst kalkarmes Wasser verwenden. Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser eignen sich gut.
  3. Durchdringend gießen: So viel Wasser geben, bis es unten aus dem Abzugsloch läuft. Dann ist der ganze Wurzelballen feucht.
  4. Überschuss abgießen: Nach etwa 15 Minuten das Wasser aus Untersetzer und Übertopf entfernen. Stehendes Wasser lässt Wurzeln faulen.
  5. Ballen tauchen: Völlig ausgetrocknete Ballen nehmen kaum noch Wasser auf. Den Topf dann in einen Eimer Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und gut abtropfen lassen.
  6. Rhythmus anpassen: Im Sommer häufiger, im Winter seltener gießen. Große Töpfe speichern länger als kleine.

Die meisten Zimmerpflanzen gehen nicht an Trockenheit ein, sondern an zu viel Wasser. Gelbe, weiche Blätter und eine dauerhaft nasse Erde sind ein Warnzeichen. Eine lockere, offenporige Erde hilft, weil überschüssiges Wasser abläuft und Luft an die Wurzeln kommt. Die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite ist feinkörnig, enthält 10 % Perlite und schützt vor Verkrustung und Austrocknung. Ist die alte Erde verdichtet oder sauer riechend, hilft nur frische Erde. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Zimmerpflanzen umtopfen.

Luftfeuchte, Dünger und saubere Blätter

Luftfeuchte erhöhen

In beheizten Räumen ist die Luft im Winter oft sehr trocken. Pflanzen aus dem Regenwald wie Farne, Calathea oder Goldfruchtpalme reagieren mit braunen Blattspitzen. Hilfreich ist es, mehrere Pflanzen zusammenzustellen, da sie gemeinsam ein feuchteres Kleinklima bilden. Eine Schale mit Blähton und Wasser unter dem Topf erhöht die Luftfeuchte zusätzlich, der Topfboden darf dabei aber nicht im Wasser stehen. Besprühen mit kalkarmem Wasser wirkt nur kurz und eignet sich nicht für behaarte Blätter.

Düngen in der Wachstumszeit

Gedüngt wird nur, wenn die Pflanze wächst, etwa von März bis September. Frisch getopfte Pflanzen brauchen zunächst nichts, denn die Zimmerpflanzenerde ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Danach alle zwei bis vier Wochen einen Flüssigdünger für Grün- oder Blühpflanzen nach Packungsangabe ins Gießwasser geben, nie auf ausgetrocknete Erde. Im Herbst und Winter die Düngung einstellen. Weiße Krusten auf der Erde zeigen zu viel Dünger oder sehr kalkhaltiges Wasser an.

Für Palmen, Farne und andere reine Blattpflanzen eignet sich die Wilsaflor® Grünpflanzen- & Palmenerde. Die Mischung aus 50 % Weißtorf, 20 % Schwarztorf und 30 % Holzfasern hat einen pH-Wert von 5,8 bis 6,2, ist ebenfalls 3 bis 6 Monate vorgedüngt und ganzjährig für den Innenbereich gedacht.

Blätter reinigen

Staub auf den Blättern schluckt Licht. Große, glatte Blätter wie bei Monstera oder Gummibaum alle paar Wochen mit einem feuchten, weichen Tuch abwischen und dabei die Unterseiten mit ansehen. Kleinblättrige Pflanzen lassen sich lauwarm abduschen, die Erde vorher mit einer Tüte abdecken. Blattglanzmittel sind nicht nötig. Bei der Reinigung fallen Schädlinge früh auf: Feine Gespinste, klebrige Beläge oder kleine Punkte sind ein Grund, genauer hinzusehen. Was dann hilft, steht im Ratgeber Schädlinge an Zimmerpflanzen.

Schneiden: ja oder nein?

Die meisten Zimmerpflanzen brauchen keinen regelmäßigen Schnitt. Sinnvoll ist er, wenn Triebe zu lang werden, die Pflanze von unten verkahlt oder abgestorbene Teile entfernt werden müssen. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, zu Beginn der Wachstumszeit. Mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Schere knapp über einem Blattknoten schneiden, dort treibt die Pflanze neu aus. Rankende Arten wie die Efeutute verzweigen sich nach dem Einkürzen besser, die abgeschnittenen Triebe bewurzeln oft im Wasserglas.

Einige Pflanzen dürfen dagegen nicht eingekürzt werden. Viele Palmen wachsen nur aus einem Herz an der Triebspitze, ein Schnitt dort beendet das Wachstum. Bei ihnen werden nur vollständig vertrocknete Wedel entfernt. Braune Blattspitzen bei Grünpflanzen lassen sich mit der Schere entlang der Blattform kürzen, dabei einen schmalen braunen Rand stehen lassen. Mehr zu diesen Pflanzen steht im Ratgeber Palmen pflegen.

Winterpflege

Von Oktober bis Februar ist das Licht knapp, die Pflanzen wachsen kaum und brauchen dann weniger Wasser und keinen Dünger. Gießabstände verlängern und vor jedem Gießen die Fingerprobe machen. Pflanzen näher ans Fenster rücken, Blätter sollten aber nicht an der kalten Scheibe anliegen. Beim Stoßlüften empfindliche Arten aus dem kalten Luftzug nehmen. Einige Pflanzen wie Clivien oder Zitruspflanzen im Haus bevorzugen im Winter einen hellen, kühleren Platz. Umgetopft wird erst im Frühjahr, wenn neue Triebe erscheinen. Im Winter verlieren manche Arten einzelne ältere Blätter, das ist bei wenig Licht normal und kein Grund zur Sorge.

Fazit

Ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne, Gießen nach der Fingerprobe und Dünger nur zwischen Frühjahr und Spätsommer: Mehr brauchen die meisten Zimmerpflanzen nicht. Beim nächsten Umtopfen sorgt die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite für einen luftigen, gleichmäßig feuchten Wurzelraum.

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Häufige Fragen

Warum bekommen Zimmerpflanzen gelbe Blätter?

Häufigste Ursache ist zu viel Wasser, gefolgt von Lichtmangel. Einzelne gelbe, ältere Blätter im Winter sind dagegen normal. Bleibt die Erde dauerhaft nass, hilft nur seltener gießen oder frische, lockere Erde.

Welche Zimmerpflanzen kommen mit wenig Licht aus?

Glücksfeder, Schusterpalme, Efeutute und Einblatt vertragen hellen Schatten gut. Ganz ohne Tageslicht wächst aber keine Pflanze auf Dauer.

Ist Leitungswasser zum Gießen geeignet?

Ja, am besten abgestanden und zimmerwarm. Bei sehr hartem Wasser lohnt es sich, Regenwasser zu sammeln oder einen Teil davon beizumischen, denn Kalk lagert sich sonst als weiße Kruste auf der Erde ab.