Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen umtopfen: wann, wie und mit welcher Erde

5 Min. Lesezeit

Eine Monstera wird auf dem Küchentisch umgetopft, die Pflanze ist aus dem alten Topf gehoben, daneben stehen ein größerer Topf und frische Erde mit Perlite

Zimmerpflanzen umtopfen gelingt mit dem richtigen Zeitpunkt, einem passenden Topf und frischer Erde. Die Anleitung zeigt jeden Schritt.

Zimmerpflanzen stehen oft jahrelang im selben Gefäß. Irgendwann ist die Erde ausgelaugt und der Wurzelraum zu eng, dann wächst die Pflanze kaum noch.

Woran sich erkennen lässt, dass umgetopft werden muss

Ein fester Rhythmus hilft wenig, denn jede Pflanze wächst unterschiedlich schnell. Verlässlicher sind diese Anzeichen:

  • Wurzeln wachsen aus dem Abzugsloch oder schieben sich oben aus der Erde.
  • Beim Herausziehen ist der Ballen komplett durchwurzelt, die Wurzeln laufen im Kreis am Topfrand entlang.
  • Gießwasser läuft sofort unten heraus oder bleibt lange oben stehen.
  • Die Pflanze wächst kaum noch, obwohl sie Licht und Dünger bekommt.
  • Die Oberfläche ist verkrustet, mit weißen Kalkrändern oder riecht muffig.

Treffen zwei oder mehr Punkte zu, ist es Zeit für einen neuen Topf.

Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen

Ideal ist das Frühjahr, wenn die Tage länger werden und die Pflanzen neu austreiben. Dann wurzeln sie schnell in die frische Erde ein. Als grobe Regel gilt: junge, schnell wachsende Pflanzen jedes Jahr umtopfen, ältere und langsam wachsende alle zwei bis drei Jahre. Große Kübelpflanzen, die sich kaum noch bewegen lassen, bekommen statt eines neuen Topfs eine frische obere Erdschicht.

Blühende Pflanzen erst nach der Blüte umtopfen. Kranke oder frisch gekaufte Pflanzen zunächst eine Woche an den neuen Standort gewöhnen lassen.

Topfgröße und Material

Ein zu großer Topf ist ein häufiger Fehler. Die Pflanze braucht dann lange, um die neue Erde zu durchwurzeln, und die ungenutzte Erde bleibt dauerhaft nass. Deshalb nur eine Nummer größer wählen, also 2 bis 4 cm mehr im Durchmesser.

Tontöpfe sind schwer, standfest und atmungsaktiv. Die Erde trocknet darin schneller ab, was Pflanzen mit Neigung zu Staunässe zugutekommt. Kunststofftöpfe sind leicht und halten die Feuchtigkeit länger. Steht der Pflanztopf in einem Übertopf ohne Loch, nach dem Gießen kontrollieren, ob sich unten Wasser sammelt.

Zimmerpflanzen umtopfen: Schritt für Schritt

Nahaufnahme stark verwurzelter Zimmerpflanzenwurzeln, die im Kreis an der Innenseite eines Kunststofftopfs entlanglaufen
  1. Vorbereiten: Die Pflanze am Vortag gießen. Ein feuchter Ballen löst sich leichter aus dem Topf und die Wurzeln reißen weniger.
  2. Topf wählen: Der neue Topf ist 2 bis 4 cm größer im Durchmesser als der alte und hat ein Abzugsloch.
  3. Drainage einfüllen: Eine 1 bis 2 cm hohe Schicht Blähton auf den Boden geben, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
  4. Austopfen: Den Topf kippen, die Pflanze am Stammansatz fassen und vorsichtig herausziehen. Bei Kunststofftöpfen hilft leichtes Drücken an der Seite.
  5. Wurzeln prüfen: Alte Erde locker abschütteln, im Kreis laufende Wurzeln mit den Fingern auflockern. Braune, matschige Wurzeln mit einer sauberen Schere abschneiden.
  6. Einsetzen: Etwas frische Erde einfüllen und die Pflanze so hoch setzen wie vorher. Der Ballen schließt etwa 2 cm unter dem Topfrand ab.
  7. Auffüllen und angießen: Rundherum Erde einfüllen, leicht andrücken und gründlich gießen. Wasser im Untersetzer nach einer halben Stunde ausleeren.

Wie viel Erde wird gebraucht? Ein Topf mit 18 cm Durchmesser und 16 cm Höhe fasst 3,14 × 9 × 9 × 16 = 4.069 cm³, also rund 4 Liter. Ein 18-Liter-Sack reicht damit für vier Töpfe dieser Größe.

Große Pflanzen: Erde austauschen statt umtopfen

Bei großen Kübelpflanzen wie Zitruspflanzen oder alten Palmen ist Umtopfen oft kaum möglich. Dann reicht es, die oberste Erdschicht von 3 bis 5 cm vorsichtig mit einem Löffel oder einer kleinen Schaufel abzutragen und durch frische Erde zu ersetzen. Die Pflanze bekommt so neue Nährstoffe, ohne dass die Wurzeln gestört werden. Diesen Austausch einmal im Jahr im Frühjahr wiederholen.

Die richtige Erde für Zimmerpflanzen

Erde im Topf wird täglich beansprucht: Sie wird gegossen, trocknet ab und wird wieder gegossen. Gute Zimmerpflanzenerde bleibt dabei locker und verdichtet nicht. Die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite hat eine feine Struktur, je 10 % Perlite und Ton sowie 20 % Holzfasern. Perlite hält die Erde offenporig und beugt einer Verkrustung vor, Ton speichert Wasser und Nährstoffe. Der pH-Wert liegt bei 5,6 bis 5,8, die Vorratsdüngung reicht 3 bis 6 Monate.

Für Palmen und immergrüne Grünpflanzen wie Monstera, Ficus oder Drachenbaum gibt es die Wilsaflor® Grünpflanzen- & Palmenerde. Sie hat mit 5,8 bis 6,2 einen etwas höheren pH-Wert und 30 % Holzfasern für eine gute Luftführung. Sie ist im 5-Liter-Sack oder als Bündel mit zehn Säcken erhältlich.

Pflanzengruppe Passende Erde
Blühende Zimmerpflanzen, Grünlilie, Efeutute Zimmerpflanzenerde mit Perlite
Palmen, Monstera, Ficus, Drachenbaum Grünpflanzen- & Palmenerde
Orchideen Orchideenerde (eigenes Substrat)
Kakteen, Aloe, Echeverien Kakteen- & Sukkulentenerde

Orchideen und Kakteen brauchen eigene Substrate. Dazu gibt es die Ratgeber Orchideen umtopfen und pflegen und Kakteen und Sukkulenten: Erde, Umtopfen und Pflege.

Nach dem Umtopfen

Frisch umgetopfte Pflanzen einige Tage hell, aber ohne direkte Mittagssonne stellen. Die Wurzeln müssen sich erst erholen, bevor sie wieder viel Wasser aufnehmen. Deshalb in der ersten Woche sparsam gießen und erst wieder Wasser geben, wenn die oberen Zentimeter der Erde trocken sind.

Dünger ist in dieser Zeit nicht nötig. Die frische Erde ist vorgedüngt und versorgt die Pflanze mehrere Monate. Wer früher düngt, riskiert eine Überversorgung, die empfindliche Wurzelspitzen schädigen kann.

Nach drei bis sechs Monaten, wenn die Vorratsdüngung nachlässt, in der Wachstumszeit von Frühjahr bis Spätsommer regelmäßig mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen nachdüngen. Im Winter wachsen die meisten Zimmerpflanzen kaum und brauchen weniger Wasser und keinen Dünger.

Tipp: Hängen die Blätter nach dem Umtopfen ein bis zwei Tage etwas herab, ist das normal. Erholt sich die Pflanze nach einer Woche nicht, ist sie meist zu nass. Dann den Untersetzer leeren und die Erde gut abtrocknen lassen.

Fazit

Umtopfen lohnt sich, wenn der Topf durchwurzelt ist: im Frühjahr, in ein nur wenig größeres Gefäß, mit Drainage und frischer Erde. Für die meisten Zimmerpflanzen ist die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite die passende Grundlage. Welche Erde für andere Pflanzen passt, zeigt der Überblick Welche Erde für welche Pflanze?

Aus dem Sortiment

Empfohlene Produkte

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Umtopfen?

Im Frühjahr, wenn die Pflanzen neu austreiben. Junge, schnell wachsende Pflanzen jedes Jahr umtopfen, ältere alle zwei bis drei Jahre. Blühende Pflanzen erst nach der Blüte.

Wie groß sollte der neue Topf sein?

Nur 2 bis 4 cm größer im Durchmesser als der alte. In einem zu großen Topf bleibt ungenutzte Erde lange nass, das schadet den Wurzeln.

Muss nach dem Umtopfen gedüngt werden?

Nein. Die Wilsaflor® Zimmerpflanzenerde mit Perlite ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Erst danach in der Wachstumszeit regelmäßig nachdüngen.

Warum lässt die Pflanze nach dem Umtopfen die Blätter hängen?

Ein bis zwei Tage ist das normal, die Wurzeln müssen sich erholen. Erholt sich die Pflanze nach einer Woche nicht, ist sie meist zu nass. Dann den Untersetzer leeren und die Erde abtrocknen lassen.