Hochbeet befüllen: Schichtaufbau, Erde und Menge
Hochbeet befüllen in Schichten: von groben Ästen bis zur Hochbeeterde. So entsteht eine Füllung, die Nährstoffe liefert und lange hält.
Ein Hochbeet schont den Rücken, erwärmt sich im Frühjahr schneller als ein normales Beet und liefert früh die erste Ernte. Entscheidend für den Erfolg ist, was hineinkommt.
Warum ein Hochbeet in Schichten befüllt wird
Ein Hochbeet nur mit Erde zu füllen ist möglich, aber teuer und unnötig. Der klassische Aufbau nutzt grobes Material unten als Drainage und organische Schichten in der Mitte, die nach und nach verrotten. Dabei entstehen Wärme und Nährstoffe, die den Pflanzen in den oberen Schichten zugutekommen. Nur die oberste Schicht, in der die Wurzeln hauptsächlich wachsen, besteht aus hochwertiger Erde.
Der beste Zeitpunkt zum Befüllen ist der Herbst. Gartenabfälle wie Laub und Gehölzschnitt fallen dann ohnehin an, und die Füllung kann sich bis zum Frühjahr setzen. Ein Befüllen im zeitigen Frühjahr funktioniert ebenfalls.
Vor dem Befüllen steht der Standort fest: möglichst sonnig, mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag, eben und gut erreichbar mit Gießkanne oder Schlauch. Eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung sorgt dafür, dass beide Längsseiten gleichmäßig Licht bekommen. Holzhochbeete halten länger, wenn die Innenseite mit Noppenfolie ausgekleidet wird, die Folie am Boden aber offen bleibt, damit Wasser abfließen kann.
Für das grobe Material eignet sich alles, was beim Gehölzschnitt im Herbst anfällt: Äste von Obstbäumen, Hecken und Sträuchern. Nadelholz und Walnuss nur in kleinen Mengen verwenden, da sie langsam verrotten und Stoffe enthalten, die das Wachstum hemmen können. Laub von Eiche und Kastanie ist ebenfalls gerbstoffreich und wird besser mit anderem Laub gemischt.
Der Schichtaufbau im Überblick
| Schicht (von unten) | Material | Höhe | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| 1. Schutz | engmaschiges Wühlmausgitter | am Boden | hält Nager fern |
| 2. Grobe Schicht | Äste, Zweige, Gehölzschnitt | 25 bis 30 cm | Drainage, Luft |
| 3. Feine organische Schicht | Laub, Grasschnitt, umgedrehte Rasensoden | 10 bis 15 cm | verrottet, liefert Nährstoffe |
| 4. Kompostschicht | Gärtnerkompost | 15 bis 20 cm | aktiviert das Bodenleben |
| 5. Pflanzschicht | Hochbeeterde | mindestens 20 bis 30 cm | Wurzelraum, Nährstoffe |
Bei sehr niedrigen Hochbeeten unter 60 cm Höhe die Schichten 2 und 3 dünner anlegen. Die Pflanzschicht behält ihre Höhe, denn hier wachsen die Wurzeln.
Was nicht ins Hochbeet gehört
- Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Ackerwinde, sie treiben aus den Schichten wieder aus
- Kranke Pflanzenteile, etwa Tomatenlaub mit Krautfäule
- Rasenschnitt in dicken, frischen Lagen, er fault statt zu verrotten
- Behandeltes Holz, Speisereste und Katzenstreu
Hochbeet befüllen: Schritt für Schritt
- Gitter auslegen: Bei Hochbeeten ohne Boden ein engmaschiges Wühlmausgitter auf die Erde legen und an den Seitenwänden einige Zentimeter hochziehen.
- Grobes Material einfüllen: Äste und Zweige kreuz und quer einlegen und festtreten, damit möglichst wenige Hohlräume bleiben.
- Organische Schicht auftragen: Laub, Grasschnitt oder Rasensoden mit der Grasseite nach unten verteilen und angießen.
- Kompost einfüllen: Eine Schicht Wilsaflor® Gärtnerkompost aufbringen. Er besteht zu 100 % aus gut zersetztem, unkrautfreiem Grünschnitt-Kompost und bringt das Bodenleben in Gang.
- Pflanzschicht einfüllen: Zum Schluss Wilsaflor® Hochbeeterde mindestens 20 bis 30 cm hoch einfüllen und die Oberfläche glatt ziehen.
- Setzen lassen: Gründlich wässern und einige Tage ruhen lassen. Sackt die Füllung deutlich ab, Erde nachfüllen, dann pflanzen.
Die Wilsaflor® Hochbeeterde enthält 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern, hat einen pH-Wert von 5,2 bis 5,7 und ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt. Sie ist auf Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen im Hochbeet abgestimmt.
Wer im Frühjahr befüllt und sofort pflanzen möchte, legt die Kompost- und Pflanzschicht etwas höher an. Die Füllung sackt in den ersten Wochen ab, das wird durch Nachfüllen ausgeglichen.
Wie viel Erde wird gebraucht?
Das Volumen einer Schicht ergibt sich aus Länge × Breite × Höhe. Ein Hochbeet mit 2 m Länge und 1 m Breite braucht für eine Pflanzschicht von 30 cm 2 × 1 × 0,3 = 0,6 m³ Erde. Das sind 600 Liter oder 15 Säcke à 40 Liter Hochbeeterde.
Für die Kompostschicht mit 15 cm kommen 2 × 1 × 0,15 = 0,3 m³ dazu, also 300 Liter. Der Mengenrechner auf dieser Seite rechnet die Pflanzschicht für jede Hochbeetgröße direkt in Säcke oder Paletten um. Alles für den Aufbau steht in der Kategorie Hochbeet befüllen.
Die Bepflanzung planen
Ein Hochbeet bietet auf kleiner Fläche viel Platz, wenn es geschickt bepflanzt wird. Hohe Kulturen wie Tomaten oder Stangenbohnen kommen an die Nordseite, damit sie den anderen Pflanzen kein Licht nehmen. Am Rand ist Platz für Kapuzinerkresse, Erdbeeren oder Kräuter, die über die Kante wachsen dürfen. Schnell wachsende Kulturen wie Radieschen und Pflücksalat füllen Lücken zwischen langsamen Pflanzen wie Kohl oder Sellerie. So lässt sich von März bis in den Herbst ernten.
Pflege und Bepflanzung im Jahresverlauf
- Erstes Jahr: Die Füllung ist sehr nährstoffreich. Jetzt passen Starkzehrer wie Tomaten, Kohl, Zucchini und Kürbis.
- Zweites und drittes Jahr: Mittelzehrer wie Möhren, Salat, Kohlrabi und Zwiebeln, danach Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen und Erbsen.
- Jedes Frühjahr: Die Füllung setzt sich um einige Zentimeter. Mit frischer Hochbeeterde wieder auffüllen.
- Gießen: Hochbeete trocknen schneller aus als Beete. Regelmäßig und durchdringend gießen, an heißen Tagen täglich prüfen.
- Nach fünf bis sieben Jahren: Die unteren Schichten sind verrottet. Das Hochbeet komplett ausräumen und neu befüllen. Die alte Füllung ist ein guter Bodenverbesserer für Gartenbeete.
Im Herbst lohnt eine Gründüngung oder eine dünne Mulchschicht aus Laub, damit die Erde über den Winter nicht offen liegt. Im Frühjahr wird sie abgeräumt und eine neue Schicht Hochbeeterde aufgefüllt.
Welche Gemüse sich gut kombinieren lassen, zeigt der Ratgeber Tomaten und Gemüse anbauen. Wer die Jungpflanzen selbst vorziehen will, findet die Anleitung unter Aussaat und Anzucht.
Fazit
Ein gut befülltes Hochbeet besteht aus Drainage, verrottendem Material, Kompost und einer kräftigen Pflanzschicht. Für die oberste Schicht ist die Wilsaflor® Hochbeeterde im 40-Liter-Sack oder auf der Palette die passende Wahl. Die genaue Menge ermittelt der Mengenrechner.