Gartenjahr

Pflanzenschutz im Garten: Krankheiten und Schädlinge natürlich vorbeugen

5 Min. Lesezeit

Hände in Gartenhandschuhen ernten Möhren in einem naturnahen Gemüsegarten in Mischkultur mit Salat, Zwiebeln, Tagetes und Kapuzinerkresse

Pflanzenschutz im Garten beginnt im Boden: Mit Humus, passendem Standort und Nützlingen bleiben Krankheiten und Schädlinge meist klein.

Einen Garten ganz ohne Läuse und Pilzflecken gibt es nicht, und das ist auch nicht nötig. Ziel ist ein Gleichgewicht, in dem die Pflanzen robust sind und Nützlinge die Schädlinge in Schach halten.

Pflanzenschutz im Garten beginnt beim Boden

Die meisten Probleme beginnen mit Stress. Eine Pflanze am falschen Platz, in verdichtetem oder ausgelaugtem Boden oder mit unregelmäßiger Wasserversorgung wird anfälliger. Sonnenhungrige Rosen im Schatten bekommen leichter Pilzkrankheiten, Funkien in praller Sonne leiden unter Trockenheit und Blattbrand. Am Anfang jedes Pflanzenschutzes steht deshalb die Frage, ob Pflanze und Standort zusammenpassen.

Ebenso wichtig ist ein lebendiger Boden. Humus speichert Wasser und Nährstoffe, ein aktives Bodenleben baut organische Substanz ab und stellt Nährstoffe gleichmäßig bereit. Der Wilsaflor® Gärtnerkompost aus 100 % sehr gut zersetztem Grünschnitt-Kompost aktiviert das Bodenleben und ist frei von Unkraut. Jedes Jahr 2 bis 4 cm auf die Beete geben und oberflächlich einarbeiten, nicht bei Frost. Mehr dazu im Ratgeber Boden verbessern mit Kompost.

Rechenbeispiel: Ein Beet mit 12 m² braucht bei 2 cm Schicht 12 × 0,02 = 0,24 m³ Kompost, also 240 Liter.

Gesunde Pflanzen und robuste Sorten

Schon beim Kauf lässt sich viel vermeiden. Nur kräftige Pflanzen mit gesundem Laub und festen, hellen Wurzeln mitnehmen, ohne Belag auf den Blättern und ohne Tiere in den Blattachseln. Bei Rosen, Obst und Gemüse gibt es viele Sorten, die auf Widerstandskraft gegen bestimmte Pilzkrankheiten gezüchtet wurden. Bei Rosen weist das ADR-Prädikat auf eine geprüfte Blattgesundheit hin. Auch der Abstand zählt: Zu dicht gesetzte Pflanzen trocknen nach Regen schlecht ab und stecken sich gegenseitig an. Scheren und Sägen nach dem Schnitt kranker Pflanzen reinigen, damit Erreger nicht weitergetragen werden.

Häufige Krankheiten und Schädlinge vorbeugen

Problem Erkennen Typische Pflanzen Vorbeugung
Echter Mehltau weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite Rosen, Phlox, Gurken, Zucchini luftiger Standort, wenig Stickstoff, robuste Sorten
Falscher Mehltau gelbliche Flecken oben, grauvioletter Belag auf der Unterseite Salat, Zwiebeln, Gurken morgens gießen, Blätter trocken halten, Abstand lassen
Sternrußtau schwarze, sternförmig ausfransende Flecken, Blätter fallen ab Rosen sonniger, luftiger Platz, Falllaub entfernen, widerstandsfähige Sorten
Grauschimmel grauer, stäubender Pilzrasen auf Früchten und Blüten Erdbeeren, Himbeeren, Tomaten Stroh unterlegen, luftig pflanzen, faule Früchte sofort entfernen
Kraut- und Braunfäule braune Flecken auf Blättern und Früchten, oft nach Regen Tomaten, Kartoffeln Regendach, nur am Boden gießen, untere Blätter entfernen
Blattläuse Kolonien an Triebspitzen, gekräuselte Blätter, klebriger Belag Rosen, Bohnen, Obstgehölze Nützlinge fördern, maßvoll düngen, mit Wasser abspritzen
Schnecken Fraßlöcher, Schleimspuren, vor allem an Jungpflanzen Salat, Funkien, Dahlien morgens gießen, abends absammeln, Schneckenkragen

Befallene Blätter und Früchte gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Rosen mit Sternrußtau verlieren im Sommer oft viele Blätter, hier hilft vor allem Vorbeugung durch Sortenwahl und Standort. Wie Rosen gesund starten, zeigt der Ratgeber Rosen pflanzen und düngen.

Kontrollrunde im Garten: Schritt für Schritt

Hände in Gartenhandschuhen drehen ein Rosenblatt um, auf der Unterseite krabbelt eine Marienkäferlarve zwischen wenigen Blattläusen
  1. Regelmäßig gehen: Von Frühjahr bis Herbst einmal pro Woche eine feste Runde durch Beete, Gemüse und Gehölze einplanen, am besten morgens oder am frühen Abend.
  2. Genau hinsehen: Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten kontrollieren. Dort zeigen sich Läuse und Pilzbeläge zuerst.
  3. Früh eingreifen: Einzelne befallene Blätter abzupfen, Blattlauskolonien abstreifen oder mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
  4. Schnecken absammeln: Am Abend und nach Regen unter Brettern, Steinen und großen Blättern nachsehen.
  5. Nützlinge erkennen: Marienkäferlarven, Schwebfliegenlarven und Florfliegen nicht mit Schädlingen verwechseln und in Ruhe lassen.
  6. Notieren: Kurz aufschreiben, welche Pflanzen jedes Jahr Probleme haben. Das hilft später bei der Wahl von Standort und Sorte.

Kübelpflanzen, die im Herbst ins Haus kommen, vorher besonders gründlich absuchen. Drinnen fehlen Nützlinge, und Schädlinge vermehren sich schneller. Was dort hilft, steht im Ratgeber Schädlinge an Zimmerpflanzen.

Nützlinge fördern und Mischkultur nutzen

Marienkäfer und ihre Larven fressen große Mengen Blattläuse. Auch Florfliegen, Schwebfliegen, Ohrwürmer und Schlupfwespen sind wichtige Helfer, Igel, Kröten und Vögel gehen auf Schneckenjagd. Diese Tiere brauchen Nahrung und Unterschlupf: ungefüllte Blüten vom Frühjahr bis in den Herbst, eine Hecke aus heimischen Sträuchern, einen Laub- oder Reisighaufen in einer ruhigen Ecke und eine flache Wasserstelle. Ein mit Holzwolle gefüllter Tontopf, kopfüber in einen Obstbaum gehängt, dient Ohrwürmern als Quartier. Chemische Mittel treffen Nützlinge meist ebenso wie Schädlinge und stören das Gleichgewicht.

Mischkultur verteilt das Risiko. In gemischten Beeten finden Schädlinge ihre Wirtspflanzen schwerer, und Krankheiten breiten sich langsamer aus als in langen Reihen derselben Art. Bewährt sind etwa Möhren neben Zwiebeln, Ringelblumen zwischen dem Gemüse und Kapuzinerkresse am Beetrand, die Blattläuse anzieht. Ebenso wichtig ist der Fruchtwechsel: Tomaten, Kartoffeln und Kohl nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.

Schnecken im Griff behalten

Schnecken sind in feuchten Jahren das größte Ärgernis im Gemüsebeet. Gießen am Morgen statt am Abend lässt die Oberfläche bis zur Nacht abtrocknen. Jungpflanzen erst setzen, wenn sie kräftig genug sind, und mit Schneckenkragen schützen. Ein Streifen aus grobem, trockenem Material wie Sägespänen oder Splitt hält die Tiere eine Weile ab, muss nach Regen aber erneuert werden. Am zuverlässigsten wirkt regelmäßiges Absammeln am Abend, besonders im Frühjahr, bevor die erste Generation Eier ablegt.

Maßvoll düngen

Zu viel Stickstoff macht Pflanzen weich und mastig. Das zarte Gewebe lockt Blattläuse an und ist anfälliger für Pilze. Besser sind gleichmäßig wirkende, organisch gebundene Nährstoffe in angepasster Menge. Der Wilsaflor® Frühjahrsdünger Nr. 1 ist ein organisch-mineralischer NPK-Dünger 5+3+5, überwiegend organisch gebunden und mit hochaktivem Kalk. Von März bis Ende Mai im Abstand von 4 Wochen etwa 100 g/m² ausstreuen, oberflächlich einarbeiten und feucht halten. Ein Beet mit 12 m² braucht je Gabe 12 × 100 g = 1.200 g, also 1,2 kg. Wegen des Kalks ist der Dünger nicht für Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Heidelbeere oder Hortensie geeignet.

Tipp: Auch die Gießkanne ist Pflanzenschutz. Morgens und direkt an die Wurzeln gießen, damit die Blätter rasch abtrocknen. Feuchtes Laub über Nacht fördert Pilze und lockt Schnecken an.

Fazit

Natürlicher Pflanzenschutz heißt: passender Standort, humusreicher Boden, Nützlinge im Garten und ein wacher Blick bei der wöchentlichen Kontrollrunde. Eine jährliche Gabe Wilsaflor® Gärtnerkompost und maßvolles Düngen legen dafür die Grundlage.

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Häufige Fragen

Dürfen kranke Pflanzenteile auf den Kompost?

Besser nicht. Pilzsporen und Schädlinge überleben in einem Gartenkompost oft, weil er nicht heiß genug wird. Befallenes Laub und faule Früchte gehören in den Restmüll.

Wie werden Marienkäfer in den Garten gelockt?

Mit vielen ungefüllten Blüten, einer naturnahen Ecke mit Laub und Totholz und dem Verzicht auf chemische Mittel. Ein paar Blattläuse sollten geduldet werden, denn sie sind die Nahrung der Larven.

Hilft Kalk gegen Pflanzenkrankheiten?

Kalk ist kein Pflanzenschutzmittel. Er verbessert in sauren Böden die Bedingungen für das Bodenleben, gehört aber nicht an Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Heidelbeere oder Hortensie.