Erde & Boden

Welche Erde für welche Pflanze? Erden und Substrate im Überblick

5 Min. Lesezeit

Draufsicht auf einen Holztisch mit sechs Schalen unterschiedlicher Erden und Substrate, von feiner Anzuchterde bis zu grober Orchideenrinde

Welche Erde für welche Pflanze? Der Überblick zeigt, wann Blumenerde, Pflanzerde oder eine Spezialerde passt, mit Tabelle für Haus, Balkon und Garten.

Erde speichert Wasser, versorgt die Wurzeln mit Luft und Nährstoffen und gibt der Pflanze Halt. Wie gut das gelingt, hängt davon ab, ob die Mischung zu den Ansprüchen der Pflanze passt.

Worin sich Erden unterscheiden

Auf den ersten Blick sieht jede Erde ähnlich aus: dunkel, krümelig, leicht feucht. Die Unterschiede liegen in vier Eigenschaften, die auf jeder Wilsaflor-Produktseite unter „Zusammensetzung & Werte“ stehen.

  • pH-Wert: Die meisten Pflanzen bevorzugen leicht sauren Boden. Säureliebende Arten wie Rhododendren und Heidelbeeren brauchen dagegen eine deutlich saurere Erde, sonst können sie Nährstoffe wie Eisen schlecht aufnehmen.
  • Struktur: Feine Erden eignen sich für Aussaat, Rasen und kleine Töpfe. Mittlere Strukturen sind Allrounder für Kästen, Kübel und Beete. Grobe, luftige Substrate brauchen Orchideen, deren Wurzeln viel Luft benötigen.
  • Nährstoffe: Anzuchterde ist bewusst salzarm, damit zarte Keimwurzeln nicht verbrennen. Erden für Balkon, Gemüse und Hochbeet sind dagegen kräftig vorgedüngt.
  • Zuschlagstoffe: Perlite hält die Erde locker, Ton speichert Wasser und Nährstoffe, Quarzsand sorgt für Drainage, Holzfasern verbessern die Luftführung.

Blumenerde oder Pflanzerde?

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt. Blumenerde ist für Pflanzen in Gefäßen gedacht: Töpfe, Kästen, Ampeln und Schalen. Die Wilsaflor® Blumenerde besteht aus Weißtorf, Schwarztorf, Grünschnitt-Kompost, Holzfasern und 10 % Ton, ist für 3 bis 6 Monate vorgedüngt und hat einen pH-Wert von 5,6 bis 5,8. Es gibt sie in 18, 40 und 60 Litern.

Pflanzerde ist für das Pflanzen im Garten ausgelegt: Pflanzlöcher, Beete, Hecken, Stauden und Obstgehölze. Die Wilsaflor® Pflanzerde enthält 30 % Grünschnitt-Kompost und 20 % Holzfasern. Gemischt mit dem Gartenboden lockert sie den Aushub und versorgt die Wurzeln in der Anwachsphase. Wie das im Pflanzloch geht, zeigt der Ratgeber Sträucher, Stauden und Hecken richtig pflanzen.

Kann Blumenerde auch ins Beet? Für einzelne Pflanzungen ist das kein Problem. Für größere Flächen ist Pflanzerde aber die bessere Wahl, weil sie mit ihrem höheren Kompostanteil den Gartenboden dauerhaft verbessert und im großen Sack günstiger ist.

Welche Erde für welche Pflanze: die Übersicht

Die Tabelle nennt für die wichtigsten Pflanzengruppen die passende Erde. Die Werte stammen aus den Produktdaten der Wilsaflor-Erden.

Pflanze oder Anwendung Passende Erde pH-Wert Vorgedüngt Mehr dazu
Zimmerpflanzen Zimmerpflanzenerde mit Perlite 5,6 bis 5,8 3 bis 6 Monate Umtopfen
Palmen und Grünpflanzen Grünpflanzen- & Palmenerde 5,8 bis 6,2 3 bis 6 Monate Umtopfen
Balkonblumen, Geranien, Kübel Balkon- & Kübelpflanzenerde 5,6 bis 5,8 3 bis 6 Monate Balkon und Kübel
Beet, Stauden, Sträucher, Obst Pflanzerde 5,6 bis 5,8 3 bis 6 Monate Pflanzen
Rosen Rosenerde 5,6 bis 5,8 3 bis 6 Monate Rosen
Tomaten und Gemüse Tomaten- & Gemüseerde 5,5 bis 6,0 3 bis 6 Monate Gemüse
Hochbeet Hochbeeterde und Gärtnerkompost 5,2 bis 5,7 3 bis 6 Monate Hochbeet
Aussaat und Kräuter Anzucht- & Kräutererde mit Perlite 5,8 bis 6,0 6 bis 8 Wochen Aussaat
Rhododendron, Azalee, Heidelbeere Moorbeeterde 4,0 bis 4,3 3 bis 6 Monate Moorbeet
Orchideen Orchideenerde 5,6 bis 5,8 6 bis 8 Wochen Orchideen
Kakteen und Sukkulenten Kakteen- & Sukkulentenerde 6,0 bis 6,3 3 bis 6 Monate Kakteen
Rasen Rasenerde 5,7 bis 6,0 3 bis 6 Monate Rasen
Grab Graberde 5,6 bis 5,8 3 bis 6 Monate Grab

Alle Erden stehen gesammelt in der Kategorie Erden.

Woran eine unpassende Erde zu erkennen ist

  • Gelbe Blätter mit grünen Adern bei Rhododendren oder Heidelbeeren deuten auf eine zu kalkreiche, nicht saure Erde hin.
  • Faulende Wurzeln bei Orchideen, Kakteen oder Sukkulenten zeigen, dass die Erde zu dicht ist und zu viel Wasser hält.
  • Kümmerwuchs und blasse Blätter bei Tomaten oder Geranien weisen auf zu wenig Nährstoffe hin.
  • Braune Blattränder bei Keimlingen können ein Zeichen für zu salzreiche Erde sein.

In allen Fällen hilft das Umsetzen in die passende Spezialerde, am besten im Frühjahr.

Die passende Erde in fünf Schritten finden

Drei kleine Häufchen unterschiedlicher Erden auf einem Pflanztisch: feine Anzuchterde, Blumenerde mit Perlite und grobes Orchideensubstrat
  1. Pflanze bestimmen: Den Namen der Pflanze notieren, am besten vom Etikett. Viele Probleme entstehen, weil eine säureliebende oder sehr trockenheitsliebende Art in Standarderde steht.
  2. Ort klären: Topf, Kasten, Kübel, Hochbeet oder Gartenbeet? In Gefäßen kommt Blumenerde oder eine Spezialerde zum Einsatz, im Beet Pflanzerde.
  3. Ansprüche prüfen: Braucht die Pflanze saure Erde, viel Drainage oder besonders viel Nahrung? Die Tabelle oben hilft bei der Zuordnung.
  4. Menge berechnen: Das Volumen eines runden Topfs ergibt sich aus 3,14 × Radius × Radius × Höhe. Ein Kübel mit 30 cm Innendurchmesser und 30 cm Höhe fasst 3,14 × 15 × 15 × 30 = 21.195 cm³, also rund 21 Liter.
  5. Frisch verwenden: Angebrochene Säcke gut verschließen und kühl, trocken und schattig lagern, damit die Erde nicht austrocknet.

Torffrei oder torfreduziert?

Torf speichert Wasser sehr gut und lässt sich in seinem pH-Wert genau einstellen. Deshalb ist er in vielen Spezialerden enthalten. Torffreie Erden ersetzen ihn durch Kompost, Holzfasern und Kokos. Wilsaflor stellt Holzfasern am eigenen Standort her und nutzt sie, um den Torfanteil in geeigneten Rezepturen zu senken.

Die Wilsaflor® Torffreie Blumenerde besteht aus 40 % Grünschnitt-Kompost, 30 % Holzfasern, 20 % Kokos und 10 % Ton. Sie ist für 6 bis 8 Wochen vorgedüngt und eignet sich für die meisten Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Zwei Punkte sind anders als bei torfhaltiger Erde:

  • Die Oberfläche trocknet schneller ab, darunter ist die Erde oft noch feucht. Vor dem Gießen deshalb mit dem Finger einige Zentimeter tief prüfen.
  • Die Vorratsdüngung ist kürzer. Nach 6 bis 8 Wochen mit dem Nachdüngen beginnen.

Tipp: Spezialerden für Rhododendren, Azaleen und Orchideen enthalten Torf, weil sich damit der niedrige pH-Wert und die lockere Struktur zuverlässig einstellen lassen. Für diese Pflanzen sind Moorbeeterde und Orchideenerde die richtige Wahl.

Fazit

Die richtige Erde richtet sich nach Pflanze und Ort: Blumenerde für Gefäße, Pflanzerde für den Garten und Spezialerden für alle, die besondere Ansprüche haben. Wer unsicher ist, findet in der Tabelle oben die passende Mischung und in der Kategorie Erden alle Wilsaflor-Erden mit ihren Werten.

Aus dem Sortiment

Empfohlene Produkte

Häufige Fragen

Kann alte Blumenerde wiederverwendet werden?

Für Topfpflanzen besser nicht. Alte Erde ist ausgelaugt, oft verdichtet und kann Krankheitskeime enthalten. Im Garten lässt sie sich noch zur Bodenverbesserung unter Beete mischen.

Was ist der Unterschied zwischen Blumenerde und Pflanzerde?

Blumenerde ist für Pflanzen in Töpfen, Kästen und Kübeln gedacht. Pflanzerde ist für das Pflanzen im Garten ausgelegt und enthält mehr Kompost, der den Gartenboden dauerhaft verbessert.

Wie lange hält die Vorratsdüngung?

Je nach Erde 6 bis 8 Wochen oder 3 bis 6 Monate. Der Wert steht bei jedem Wilsaflor-Produkt unter „Zusammensetzung & Werte“. Danach wird regelmäßig nachgedüngt.

Welche Erde brauchen Rhododendren?

Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren brauchen saure Erde. Die Wilsaflor® Moorbeeterde hat einen pH-Wert von 4,0 bis 4,3 und ist auf diese Pflanzen abgestimmt.